Anschlag auf Asylbewerberheim
Hohe Haftstrafen für Skinheads
Das Landgericht Frankenthal hat vier Skinheads zu hohen Jugendstrafen verurteilt. Die 14 bis 18 Jahre alten Rechtsradikalen hatten in Ludwigshafen einen Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim begangen.
Frankenthal - Der
18-jährige Hauptangeklagte wurde am Dienstag wegen versuchten
Mordes, gefährlicher Körperverletzung und versuchter schwerer
Brandstiftung zu einer Jugendstrafe von fünf Jahren verurteilt. Zwei
15 beziehungsweise 16 Jahre alte Komplizen erhielten dreieinhalb
Jahre, ein weiterer, zum Tatzeitpunkt noch 14-jähriger Mittäter
zweieinhalb Jahre Haft.
Das Gericht verhängte damit Strafen, die nur knapp unter den
Forderungen der Staatsanwaltschaft lagen. Die Anklage hatte auf
Haftstrafen zwischen drei und sechs Jahren plädiert. Die
Verteidigung hatte für den Haupttäter vier Jahre Haft gefordert, für
die übrigen Beschuldigten jedoch auf Bewährungsstrafen
beziehungsweise für den jüngsten Angeklagten auf eine Verurteilung
zu gemeinnütziger Arbeit sowie Einweisung in ein Heim plädiert.
Die Skinheads aus Ludwigshafen und Frankenthal hatten nach den
Ermittlungen der Polizei in der Nacht zum 16. Juli einen Brandsatz
gegen eine Flüchtlingsunterkunft in Ludwigshafen-Oppau geschleudert.
Der Molotow-Cocktail landete in einer Wohnung, in der eine
albanische Familie gerade mit Freunden ihre bevorstehende Heimkehr
ins Kosovo feierte. Ein elfjähriges Mädchen erlitt bei dem
Anschlag Brandverletzungen an den Beinen. Ein zwölfjähriges Mädchen
und ein 14-jähriger Junge waren von einer zersplitterten Glasscheibe
an den Händen leicht verletzt worden. Die Täter konnten zunächst
unerkannt entkommen, wurden aber wenige Tage später festgenommen.