Entschädigung Opfer des Berliner Anschlags erhalten 3,8 Millionen Euro

Der Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt ist fast zwei Jahre her. Bis heute haben die Behörden einmalige Entschädigungen für Verletzte und Angehörige gezahlt und Grundrenten bewilligt. Der Betrag wird steigen.

Anschlag in Berlin im Dezember 2016
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Anschlag in Berlin im Dezember 2016


Der mutmaßlich islamistisch motivierte Anschlag in Straßburg zur Weihnachtszeit erinnert an den Anschlag in Berlin im Jahr 2016. Damals traf es einen Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz. Nun haben die Behörden neue Angaben zu Entschädigungszahlungen veröffentlicht: Bis heute, knapp zwei Jahre später, haben mehr als 170 Verwandte von Todesopfern und Verletzte insgesamt knapp 3,8 Millionen Euro erhalten.

Diese Summe nannten die drei zuständigen Stellen, das Bundesamt für Justiz mit dem Härtefallfonds, das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) und die Verkehrsopferhilfe. Der Betrag wird sich in Zukunft noch erhöhen. In vielen Fällen wurden nicht nur einmalig hohe Summen zur Entschädigung ausgezahlt, sondern lebenslange Zahlungen von monatlichen Grundrenten bewilligt.

Die Gesamtsumme der pauschal gezahlten Einmalbeträge für Opfer und Angehörige liegt bei 3.075.000 Euro (Stand 28.11.2018, monatliche Leistungen ausgenommen). Das teilte das Bundesjustizministerium mit. Die höchste Einzelsumme davon waren 350.000 Euro für einen sehr schwer verletzten Menschen. Diese sogenannten freiwilligen Härteleistungen des Bundes werden an Hinterbliebene von terroristischen Taten und extremistischen Angriffen gezahlt. Der Bund hatte die Beträge im Sommer rückwirkend verdreifacht.

Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz 2018
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Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz 2018

Dazu erhalten Hinterbliebene wie Verwitwete, Waisen und Halbwaisen sowie Schwerverletzte monatliche Grundrenten. Die Höhe richtet sich nach dem Ausmaß der Schädigung und liegt laut Gesetz zwischen 141 und 736 Euro. Auch die Kosten für ärztliche Behandlungen und Therapien wurden übernommen. 192 Anträge gingen ein. Die allermeisten wurden bewilligt.

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Bei dem Anschlag am 19. Dezember 2016 hatte der Tunesier Anis Amri einen Lkw auf den Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz gefahren und dabei zwölf Menschen getötet. 70 Personen wurden verletzt, weitere traumatisiert. Amri wurde wenige Tage nach seiner anschließenden Flucht aus Berlin von Sicherheitskräften in Mailand getötet.

Beim Anschlag in Straßburg hatte Chérif Chekatt am Dienstagabend in der Nähe eines Weihnachtsmarkts das Feuer eröffnet. Drei Menschen wurden getötet, ein viertes Opfer ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft hirntot. Elf weitere Menschen wurden verletzt. Chekatt wurde am Donnerstag in Straßburg gestellt und getötet.

aev/dpa



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