Nach Attentat in Christchurch Berlin will Moscheen besser schützen

Neuseeland reagierte auf das Attentat von Christchurch mit einem Verbot bestimmter Waffen und zeigt Solidarität mit Muslimen. Berlins Innensenator Geisel hat muslimischen Einrichtungen nun besonderen Schutz versprochen.

Mevlana-Moschee in Kreuzberg
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Mevlana-Moschee in Kreuzberg


Nach dem Anschlag auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch hat der Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD) den muslimischen Einrichtungen in der Hauptstadt vor dem Freitagsgebet Schutz zugesichert. Berlin habe "die verfügbaren Erkenntnisse umfassend ausgewertet", erklärte die Innenverwaltung am Donnerstag. Die Sicherheitsmaßnahmen, die "wegen einer weiterhin allgemein abstrakt hohen Gefährdung im gesamten europäischen Raum" ohnehin umfassend seien, seien angepasst worden.

Ein rechtsextremer Attentäter hatte am vergangenen Freitag in zwei Moscheen in Christchurch auf Gläubige geschossen und 50 Menschen getötet. Seine Bluttat filmte er und übertrug sie live im Internet. Ihm droht lebenslange Haft. Premierministerin Jacinda Ardern kündigte ein sofortiges Verbot aller Sturmgewehre und halbautomatischer Gewehre an. In ihrer Trauer um die Opfer zeigen die Neuseeländer Solidarität mit Muslimen, indem am Freitag Frauen und Männer im ganzen Land Kopftücher aufsetzen wollen.

"Berlin als weltoffene und tolerante Stadt steht für den Ausgleich der Kulturen und Religionen", erklärte Geisel. Er versichere allen Muslimen, "dass wir alles für Ihren Schutz tun werden, was wir können". "Hass und Gewalt darf nicht zum Spaltpilz unserer offenen Gesellschaft werden", erklärte Geisel.

Die Polizei in Berlin sei besonders sensibilisiert worden und treffe "alle erforderlichen Maßnahmen" zum Schutz aller Berliner, erklärte Geisels Behörde. Dies umfasse "die sichtbare Präsenz vor Stätten, die zur Ausübung der Religion dienen, vor allem Moscheen". Punktuell würden Zivil- und Spezialkräfte eingesetzt.

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Die Berliner Polizei stehe zudem "mit dem Bundeskriminalamt und anderen nationalen wie internationalen Sicherheitsbehörden im engen Austausch" und bewerte die Lage "fortlaufend neu". Zudem suchten die zuständigen Stellen "aktiv Kontakt zu den Verantwortlichen der in Berlin ansässigen Religionsgemeinschaften".

lie/dpa



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