Kanzlerin Merkel zum Anschlag in Halle "Es hätte noch sehr viel mehr Opfer geben können"

Kanzlerin Merkel spricht nach dem Anschlag von Halle den Angehörigen ihr Mitgefühl aus. Sie sei "schockiert und bedrückt von dem Verbrechen".

Kanzlerin Angela Merkel: "Ich bin wie Millionen Menschen in Deutschland schockiert"
REUTERS/Andreas Gebert

Kanzlerin Angela Merkel: "Ich bin wie Millionen Menschen in Deutschland schockiert"


Einen Tag nach dem Angriff auf eine Synagoge in Halle mit zwei Toten hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) persönlich zu der Tat geäußert. "Ich bin wie Millionen Menschen in Deutschland schockiert und bedrückt von dem Verbrechen, das gestern in Halle verübt worden ist", sagt die CDU-Politikerin beim Gewerkschaftstag der IG Metall in Nürnberg. Sie trauere mit den Familien und Freunden der Ermordeten.

"Wir sind nur sehr knapp einem schrecklichen Angriff auf die Menschen in der Synagoge entgangen. Und es hätte noch sehr viel mehr Opfer geben können", sagte Merkel weiter. Es müsse mit allen Mitteln des Rechtsstaates gegen Hass, Gewalt und Menschenfeindlichkeit vorgegangen werden. "Und da gibt es keinerlei Toleranz."

Zuvor hatte bereits Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zur Solidarität mit der jüdischen Bevölkerung aufgerufen. "Dieser Tag ist ein Tag der Scham und der Schande", sagte Steinmeier bei seinem Besuch am Tatort. Einen solchen "feigen Anschlag" zu verurteilen, reiche nicht. Das Land müsse Verantwortung übernehmen und eine klare Haltung zeigen.

Ein Rechtsextremist hatte am Mittwoch versucht, in eine Synagoge in Halle einzudringen. Sein Versuch scheiterte, woraufhin er vor der Synagoge und danach in einem nahen Imbiss zwei Menschen erschossen und mindestens zwei weitere verletzt haben soll. Der Täter wurde festgenommen und als Stephan Balliet identifiziert. (Mehr zu den aktuellen Entwicklungen lesen Sie hier im Newsblog.)

Video aus Halle: "Wie eine Geisterstadt"

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Bei den Opfern handelt es sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur um eine 40 Jahre alte Frau aus Halle sowie um einen 20 Jahre alten Mann aus Merseburg.

Die Wohnung des Tatverdächtigen sei durchsucht und Beweismittel sichergestellt worden, sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft. Es werde geprüft, ob es Mittäter gegeben habe.

vks/dpa/Reuters

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vorgespiegelt 10.10.2019
1. Wo war die Polizei?
Wohne im Paulusviertel. Der Täter war fast eine Stunde unbehelligt im Viertel unterwegs. Konnte auch noch aus der Stadt flüchten. Es war von Anfang an klar dass es nur einer war - jeder der vor Ort war, die Videos sieht, sieht das. Dennoch wurde von mehreren erzählt, die ganze Stadt wurde verrückt gemacht, erst abends, als der Polizei längst klar war, das es nur einer ist der auch schon erflogreich die Stadt verlassen konnte, durfte man wieder aus dem Haus. Meiner Meinung nach völliges Versagen seitens der Polizei. Ein offensichtlich ziemlich unsicher und unprofessioneller Irrer konnte so lange wüten - WARUM?
der_Pixelschubser 10.10.2019
2. Kein Grund zur Erleichterung, Frau Merkel!
Es gibt zur Erleichterung keinen Grund! Dass der Täter nicht noch mehr Opfer, keine noch längere Blutspur, nicht noch mehr Leid hinterlassen hat, hat nach allem Anschein allein damit zu tun, dass seine gesamte Technik versagte -- Gott sei Dank! Hier aber auch nur einen Hauch von Erleichterung auszudrücken ist schäbig und schändlich -- war es doch die aktuelle Bundesregierung, die ihr Engagement im Kampf gegen Rechts immer weiter zurückgeschraubt hat. Ja, es ist beinahe nochmal gut gegangen, es ist nur fast eine "echte" Katastrophe geworden, wir können also weitermachen (=weitersparen) wie bisher, nicht wahr? Es hat ja nur zwei Opfer gegeben. Es sind ja nur zwei Familien, nur die Angehörigen von zwei Leuten, die jetzt mit dem Leid, der Trauer und dem Schmerz klarkommen müssen, was zählt das schon? Nicht so viel jedenfalls wie die Millionen von Euro, die man jetzt im Jahr einsparen kann, die demnächst Projekten wie "EXIT" fehlen werden! Ist doch so, Frau Merkel: Der Kampf gegen Rechts ist weder wirtschaftlich noch politisch gewollt. Nationalismus und Wirtschaftsmacht gehen immer Hand in Hand. Was zählen da zwei junge Leute aus Halle? Naja, wie gesagt, da kann man ja dann schonmal ein wenig Erleichterung signalisieren. Hätte ja schlimmer kommen können.
nesmo 10.10.2019
3. Ich hoffe,
die rettende Tür zur Synagoge wird nicht repariert, sondern als Mahnmal unverändert in der Synagoge ausgestellt und durch eine neue Tür ersetzt. Es war sehr knapp vor einer Katastrophe, mit ungeheuren Auswirkungen.
tempus fugit 10.10.2019
4. Es wird Zeit,....
...in der Merkel-Auslaufzeit, dass beim VS mal richtig ausgemistet und durchgegriffen wird, denn dass es zu sowas kommen/führen kann, ist ganz offensichtlich ein Versagen ds. Leute - und dass sich der gefeuerte Hans-Georg Maaßen nun in der 'Werteunion' engagiert und dort das Wort führt... Stand der nicht mal vor paar Wochen auf der CDU-Abschussliste?... Ach so ja, zu links...
Stereo_MCs 10.10.2019
5. auf dem rechten Terrorismus Auge blind
So sehr die Worte von Frau Merkel natürlich richtig und geboten sind, so sehr *trägt sie als Bundeskanzlerin mit Richtlinienkompetenz seit fast 15 Jahren, eine Mitverantwortung am rechtsradikalen Spuk in diesem Land.* Wie kann es bitte sein, dass sich eine terroristische Gruppe wie "Combat 18" oder "Brigade 8" gemütlich zum Bier auf einem Gehöft treffen kann? https://www.tag24.de/nachrichten/dresden-muecka-combat-18-brigade-8-rechtsterror-gruppen-neonazis-sachsen-ostritz-blood-honour-1208867 Hintergründe: https://exif-recherche.org/?p=4399 Und solche Beispiele, wo z.B. rechtsradikale Bands mit eindeutigen kontakten in die Terrorszene einfach Konzerte spielen dürfen etc., gibt es zuhauf. Wie war das noch in den 70er, als die RAF ihr schlimmes Unwesen trieb, was hat der Staat da nicht alles aufgefahren und geschafft? Da ging es doch auch. Und jetzt lässt man solche ähnlichen Terrorgruppen einfach gewähren. Frau Bundeskanzlerin, dafür sind auch sie mitverantwortlich!
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