Anschlagspläne gegen Pro-NRW Oberste Ermittler übernehmen Salafisten-Fall 

Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen vier Salafisten an sich gezogen. Die Männer sollen eine terroristische Vereinigung gebildet und ein Attentat auf den Chef der Partei Pro-NRW geplant haben.

Wappen des Generalbundesanwalts: Jetzt ermittelt Karlsruhe
DPA

Wappen des Generalbundesanwalts: Jetzt ermittelt Karlsruhe


Karlsruhe - Nun wird an höchster Stelle ermittelt: Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen vier Salafisten wegen des Verdachts eines geplanten Attentats auf den Parteichef von Pro-NRW an sich gezogen. Die Hauptvorwürfe lauten: Verdacht der Bildung einer terroristischen Vereinigung, Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und Verabredung zum Mord, teilte ein Sprecher am Montag in Karlsruhe mit.

Die Bundesanwaltschaft gehe davon aus, dass sich die Männer "zu einer konspirativen Gruppierung zusammengeschlossen haben, um aus einer militant-islamistischen Einstellung heraus Sprengstoff- und Schusswaffenanschläge auf Mitglieder der Partei Pro NRW zu verüben". Die vier Männer - zwei türkischstämmige Deutsche, ein Albaner und ein Deutscher - waren in der vergangenen Woche in Nordrhein-Westfalen festgenommen worden und sitzen seitdem in Untersuchungshaft.

Zwei der Männer waren in der vergangenen Woche in unmittelbarer Nähe der Wohnung des Pro-NRW-Chefs festgenommen worden. Bei einer Wohnungsdurchsuchung in Bonn fanden die Ermittler eine scharfe Schusswaffe und etwa 600 Gramm Ammoniumnitrat, das zur Herstellung von Sprengstoff verwendet werden kann. Zudem wurde eine Namensliste mit Bewerbern für die Landesliste der Partei Pro NRW sichergestellt.

Derzeit prüfen die Ermittler eine Verbindung des Falls zu dem versuchten Bombenanschlag im Bonner Hauptbahnhof. Beide Fälle liegen nun in der Hand der Bundesanwaltschaft. Für die Taschenbombe hatten Unbekannte im Dezember 2012 eine ähnliche Chemikalie genutzt, die auch in der Wohnung der Salafisten gefunden worden war. Ein Medienbericht hatte am Wochenende aus Ermittlerkreisen berichtet, dass einer der vier Verhafteten sich in einem abgehörten Gespräch als Bombenleger dargestellt habe. Eine Bestätigung gibt es dafür nicht.

ler/dpa/AFP

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