Rückzug Anti-Euro-Partei tritt nicht zur Bayern-Wahl an

Die Alternative für Deutschland will keine Schlappe riskieren. Zur Bayern-Wahl kurz vor der Bundestagswahl tritt die Anti-Euro-Partei daher lieber gar nicht erst an. Ihre Landesversammlung geriet auch ansonsten zum Chaos-Parteitag.

Stimmkarte der Anti-Euro-Partei: Chaos beim Bayern-Parteitag
DPA

Stimmkarte der Anti-Euro-Partei: Chaos beim Bayern-Parteitag


Ingolstadt - Die neue Anti-Euro-Partei Alternative für Deutschland tritt nicht zur bayerischen Landtagswahl an. Das beschlossen die Delegierten eines AfD-Landesparteitags am Samstag in Ingolstadt.

Gegen eine Kandidatur am 15. September sprach sich nach Parteiangaben auch der eigens angereiste Bundessprecher Bernd Lucke aus. Ein Misserfolg wäre aus seiner Sicht ein schlechtes Signal für die Bundestagswahl nur eine Woche später. Hauptthema der Partei solle außerdem der Euro sein - und das sei kein Bayern-Thema.

Eine Lösung für ihre Personalquerelen fand die bayerische AfD auf dem Parteitag nicht. Nach stundenlanger Auseinandersetzung über die Neuwahl des erst seit einigen Wochen amtierenden Landesvorstands wurde die Versammlung am Samstagabend abgebrochen - weil frei liegende Stimmzettel aus der Stichwahl zum Parteivorsitz aufgetaucht waren.

"Die Neuwahl des Landesvorsitzenden ist anscheinend ungültig", teilte der Landesverband auf seiner Facebook-Seite mit. Nun soll der alte Vorstand - der auf dem Parteitag eigentlich schon abgewählt war - bis zu einer gültigen Neuwahl weitermachen. Wann der nächste Parteitag angesetzt wird, ist noch unklar.

CDU und Piraten grenzen sich ab

In der CDU wird der Ruf nach einer deutlicheren Abgrenzung von AfD lauter. Die CDU-Fraktionschefs von Hessen, Sachsen und Thüringen forderten die Parteivorsitzende Angela Merkel auf, sich klarer gegen die neue Gruppierung zu positionieren.

Die Gründung der AfD sei eine Herausforderung für die Union und müsse erst genommen werden, schrieben Christean Wagner, Steffen Flath und Mike Mohring in einem Papier, das dem SPIEGEL vorliegt. Die AfD ziehe nicht nur Gegner der Euro-Rettung an, sondern biete all jenen eine Heimat, die mit Merkels Modernisierungskurs haderten.

Im aktuellen Sonntagstrend von Emnid für "Bild am Sonntag" kommt die eurokritische AfD bundesweit auf zwei Prozent. Die Piratenpartei, die der Umfrage zufolge bei vier Prozent liegt, verabschiedete auf ihrem Parteitag in Neumarkt in der Oberpfalz eine Erklärung zur "Unvereinbarkeit" mit der AfD.

abl/dpa

insgesamt 50 Beiträge
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Zaphod 12.05.2013
1. Welle der Begeisterung
Offensichtlich ist die Welle der Begeisterung für die AfD doch kein Tsunami, der sämtliche "Blockparteien" hinwegspühlen wird. Vielleicht existiert diese Begeisterung auch nur im virtuellen Forenraum einiger spezieller Medien sowie im Umfeld von älteren Reihenhaussiedlungen in halbguter Vorortlage. Es zeugt immerhin von Realismus, wenn sich die junge Partei Enttäuschungen ersparen möchte. Die Empfehlung lautet daher, dass es gut wäre, niemals zu einer Wahl anzutreten und immer zu behaupten, man hätte sowieso gewonnen!
dundee11 12.05.2013
2. Lucke lügt
Bernd Lucke im April 2013: ,,selbstverständlich wird die AfD auch bei der Lantagswahl in Bayern antreten" (Focus) Er sprach sich gestern gegen eine Teilnahme bei der Lantagswahl aus. ,,Die Partei solle sich auf das Kernthema Euro konzentrieren, nicht auf Milchpreise" Trotzdem tritt die AfD in Hessen bei der Lantagswahl an. Erzählt mir hier nichts von ,,den ertablierten kann man keinen Glauben mehr schenken" - Lucke lügt!
echo0815 12.05.2013
3. Stimmt
Zitat von ZaphodOffensichtlich ist die Welle der Begeisterung für die AfD doch kein Tsunami, der sämtliche "Blockparteien" hinwegspühlen wird. Vielleicht existiert diese Begeisterung auch nur im virtuellen Forenraum einiger spezieller Medien sowie im Umfeld von älteren Reihenhaussiedlungen in halbguter Vorortlage. Es zeugt immerhin von Realismus, wenn sich die junge Partei Enttäuschungen ersparen möchte. Die Empfehlung lautet daher, dass es gut wäre, niemals zu einer Wahl anzutreten und immer zu behaupten, man hätte sowieso gewonnen!
am Schluss entscheidend ist die Sitzverteilung im Bundestag. um wirkungsvoll Opposition zu betreiben. Dazu reicht die Zweitstimme !
angsthoch10 12.05.2013
4. optional
Klar macht es Sinn, dass eine neu gegründete Partei nicht 1 Woche vor der BTW bei einer LTW antritt. Vor allem nicht, wenn das Wahlprogramm von der europäischen Finazpolitik dominiert wird. Also nicht von einem länderspezifischen Thema. Das wird vermutlich bei der LTW in Hessen, die zeitgleich mit der BTW stattfindet anders sein. Bei allen Abwertungen gegen die AfD durch die Mainstream-Medien sollte doch vielleicht ein Hinweis drin sein, dass ein Wahlprogramm nicht das Gleiche ist wie ein Parteiprogramm. @dundee11: Wieso lügt Herr Lucke? Vielleicht liegt die Absage an die Bayernwahl ja einfach daran, dass man parteiintern anders als im April entschieden hat?
David67 12.05.2013
5. 2 dundee: aber sie glauben den Einheitsparteien
nach dem Bruch des bail out und all den Lügen und dem versenkten deutschen Volksvermögen bei den Eurorettungen ("Land x ist auf einem guten Weg"). Wenn ja, sorry, dann kann ihnen niemand helfen. Sie können hier gegen die AfD anschreiben wie sie wollen- ich werde sie wählen!
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