Anti-Piraten-Einsatz Schäuble will Elitetruppen auf Fregatten vor Somalia stationieren

Neue Pläne für den Einsatz gegen Piraten: Innenminister Schäuble hat nach Informationen des SPIEGEL vorgeschlagen, KSK-Kommandos auf den deutschen Fregatten im Indischen Ozean zu stationieren. Diese sollen zuschlagen, bevor die Seeräuber mit entführten Schiffen sichere Häfen erreichen.

Hamburg - Nach dem Scheitern der GSG-9-Operation vor Somalia hat Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) vorgeschlagen, auf den deutschen Marineschiffen, die im Indischen Ozean patrouillieren, kleine Kommandos mit Elitesoldaten des KSK oder von Kampfschwimmern zu stationieren.

Fregatte "Karlsruhe": Bald KSK-Kommandos an Bord?

Fregatte "Karlsruhe": Bald KSK-Kommandos an Bord?

Foto: DPA

Diese sollten mögliche neue Entführungen von Frachtern durch Piraten umgehend beenden, bevor sich die Piraten in einen sicheren Hafen zurückziehen können, schlug Schäuble am vergangenen Mittwoch nach Informationen des SPIEGEL am Rande einer Kabinettssitzung Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) vor.

Der geplante gewaltsame Zugriff der 200 nach Afrika verlegten Elitepolizisten der GSG9 war sehr viel weiter gediehen als bisher bekannt. Am Abend vor der endgültigen Absage durch die USA führten die GSG-9-Kämpfer auf dem US-Hubschrauberträger eine Generalprobe für die gewaltsame Befreiung des deutschen Frachters "Hansa Stavanger" durch, die "hervorragend" verlaufen sei, heißt es in Berlin. Dies hatte der Chef der GSG9, Olaf Lindner, auch dem Innenministerium gemeldet. Für den Einsatz hatte Lindner die Nachtstunden zum 1. Mai geplant.

Dazu kam es nicht mehr, weil der Sicherheitsberater der US-Regierung, James Jones, die Aktion abblies. Vorher hatte es bereits erhebliche Meinungsunterschiede zwischen der GSG 9 vor Somalia und der für die Eliteeinheit zuständigen Bundespolizei in Potsdam gegeben.

Während Lindner die Risiken des Zugriffs für vertretbar hielt und dies auch nach Berlin meldete, vertraten die Bundespolizisten in Potsdam die Ansicht, die Gefahren seien zu hoch und intervenierten bei Innenstaatssekretär August Hanning.

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