Antisemitische Parolen Scharfe Reaktionen auf Irans Präsidenten

Europäische Politiker haben erneute abfällige Äußerungen des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad über Israel scharf zurückgewiesen. Sie wurden als inakzeptabel und zynisch gebrandmarkt.


Berlin - Die Äußerungen seien vollkommen inakzeptabel, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel heute Abend bei einem Treffen mit dem französischen Präsidenten Jacques Chirac in Berlin. Chirac zeigte sich entrüstet und fügte hinzu, Ahmadinedschads Äußerungen würden in Europa einhellig verurteilt.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte, die Bemerkungen zeigten, mit wie wenig Ernsthaftigkeit beziehungsweise mit wie viel Zynismus die Situation von der iranischen Regierung gesehen werde.

Der österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel sprach von einer ungeheuerlichen Entgleisung. Auf diese Weise könne das Nahost-Problem sicherlich nicht gelöst werden, sagte er während einer USA-Reise. Er weise die Äußerungen Ahmadinedschads schärfstens zurück. Schüssel ging auch darauf ein, dass der iranische Staatschef indirekt den Holocaust in Zweifel gezogen hatte. Die Leugnung des Völkermords an den Juden sei in Österreich strafrechtlich verfolgbar, hob er hervor.

Ein Sprecher des US-Außenministeriums nannte die Äußerungen Ahmadinedschads "himmelschreiend und verwerflich". Sie liefen den Werten der internationalen Gemeinschaft zuwider.

Ahmadinedschad hatte den Staat Israel zuvor mit einem "Krebsgeschwür" verglichen und seine Verlegung nach Deutschland und Österreich gefordert.



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