Hass auf Juden In Deutschland wurden 2021 mehr als 3000 antisemitische Straftaten begangen

Schon 2020 registrierte das Bundesinnenministerium einen Höchststand bei antijüdischen Delikten. Im vergangenen Jahr ist die Zahl noch einmal gestiegen.
Rechtsextreme Schmierereien auf jüdischen Grabsteinen im Kreis Rostock

Rechtsextreme Schmierereien auf jüdischen Grabsteinen im Kreis Rostock

Foto: Bernd Wüstneck / dpa

Das Bundesinnenministerium meldet einen neuen traurigen Rekord bei antisemitischen Straftaten in Deutschland. Nach vorläufigen Erkenntnissen wurden 2021 insgesamt 3028 solcher Delikte gemeldet. Das berichtet der »Tagesspiegel« . Die Angaben sind eine Antwort des Bundesinnenministeriums auf Anfragen von Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke) und ihrer Fraktion.

Bereits 2020 hatte es mit rund 2300 antijüdischen Straftaten einen Höchststand in der Bundesrepublik gegeben. Doch jetzt gibt es dazu eine Steigerung von knapp 30 Prozent.

Außerdem ist den Angaben zufolge die Zahl der Gewaltdelikte, die in der Summe enthalten ist, ebenfalls gewachsen. Die Polizei registrierte 2021 insgesamt 63 antisemitische Körperverletzungen und weitere Gewaltdelikte. Das sind sechs mehr als 2020. Mindestens 24 Personen wurden verletzt.

Die jetzt vorliegenden Zahlen geben den Stand vom 3. Februar wieder und enthalten demnach bereits Nachmeldungen der Polizei. Dennoch sei ein weiterer Anstieg zu erwarten, da erfahrungsgemäß zumindest bis März noch Straftaten aus dem vergangenen Jahr angegeben werden, hieß es.

In der Antwort des Ministeriums ist demnach auch von vier Todesopfern antisemitischer Gewalt die Rede. Es gehe dabei um ein Verbrechen in Königs Wusterhausen in Brandenburg, das bislang der Öffentlichkeit nicht als antisemitisch bekannt war: Ein mutmaßlicher Impfgegner erschoss am 4. Dezember 2021 seine Frau, die drei Töchter im Alter von vier bis zehn Jahren und sich selbst. Der Mann war offenbar im »Querdenker«-Milieu verwurzelt und glaubte an diverse Verschwörungsideologien.

In der Antwort des Ministeriums heißt es zu dem Fall, »laut derzeitigem Kenntnisstand war der Tatverdächtige davon überzeugt, dass der Staat mit der Impfkampagne einen bösen Plan verfolge und die Weltbevölkerung um die Hälfte reduzieren und eine neue Weltordnung unter jüdischer Führung gründen wolle«. Die Einordnung der Tat als antisemitisch ergebe sich aus der Ansicht des Tatverdächtigen, »dass es eine jüdische Weltverschwörung gäbe«.

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