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26. Mai 2019, 11:31 Uhr

Antisemitismus

Israels Präsident reagiert bestürzt auf Empfehlung gegen Kippa-Tragen

Deutschlands Antisemitismusbeauftragter Klein riet Juden, sie sollten in der Öffentlichkeit keine Kippa tragen. Israels Staatspräsident Rivlin spricht von einer "Kapitulation".

Israels Staatspräsident hat bestürzt auf die Empfehlung des Antisemitismusbeauftragen der Bundesregierung reagiert, Juden sollten sich nicht überall in Deutschland mit der Kippa zeigen. Reuven Rivlin teilte mit, dieser Rat von Felix Klein habe ihn "zutiefst schockiert".

Klein hatte seine Empfehlung in der Funke Mediengruppe mit der "zunehmenden gesellschaftlichen Enthemmung und Verrohung" begründet, die ein fataler Nährboden für Antisemitismus sei.

2018 war die Zahl antisemitischer Straftaten bundesweit stark gestiegen. Der jüngste Jahresbericht zur politisch motivierten Kriminalität wies 1799 Fälle aus - 19,6 Prozent mehr als 2017. Die Kippa, eine kleine kreisförmige Mütze, wird von jüdischen Männern als sichtbares Zeichen ihres Glaubens traditionell den ganzen Tag lang getragen.

"Wir erwarten und fordern zu handeln"

Präsident Rivlin sagte: "Die Verantwortung für das Wohl, die Freiheit und das Recht auf Religionsausübung jedes Mitglieds der deutschen jüdischen Gemeinde liegt in den Händen der deutschen Regierung und ihrer Strafverfolgungsbehörden."

Die deutsche Regierung sei zwar der jüdischen Gemeinde verpflichtet, "aber Ängste über die Sicherheit deutscher Juden sind eine Kapitulation vor dem Antisemitismus und ein Eingeständnis, dass Juden auf deutschem Boden wieder nicht sicher sind". Rivlin sagte, man werde im Angesicht des Antisemitismus nie kapitulieren, "und wir erwarten und fordern von unseren Bündnispartnern, ebenso zu handeln".

Der Zentralrat der Juden warnt immer wieder vor wachsendem Antisemitismus und hat auch vom Tragen der Kippa in Teilen von Großstädten abgeraten.

tin/dpa

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