Mega-Stauwochenende Grünen-Fraktionschef Hofreiter fordert Bahnoffensive für Ferienregionen

Deutschland droht ein Mega-Stauwochenende, denn fast überall sind Schulferien. Grünen-Fraktionschef Hofreiter fordert, dass "touristische Hotspots" endlich besser mit der Bahn erreichbar werden.

Stau vor der Ostseeinsel Usedom (Ende Juni 2019): "Komplett vom Autoverkehr verstopft"
Stefan Sauer / DPA

Stau vor der Ostseeinsel Usedom (Ende Juni 2019): "Komplett vom Autoverkehr verstopft"


Laut ADAC könnte dieses Wochenende zu einem der schlimmsten Stauwochenenden des Jahres werden: Außer Baden-Württemberg und Bayern haben alle Länder Schulferien, der Sommerreiseverkehr dürfte in Deutschland seinen Höhepunkt erreichen. Vor diesem Hintergrund fordert Anton Hofreiter, Fraktionschef der Grünen im Bundestag, Tourismusregionen besser an das Fernverkehrsnetz anzubinden.

"Niemand will zu seinem Urlaubsbeginn im Mega-Stau feststecken", sagte Hofreiter dem SPIEGEL. "Damit mehr Menschen für die Urlaubsreise in die Bahn steigen, braucht es eine Bahnoffensive für Ferienregionen." Die Bundesregierung müsse dafür sorgen, dass Urlauber schnell, zuverlässig und regelmäßig an ihr Ziel kämen. "Dafür müssen Tourismusregionen an das Fernverkehrsnetz angebunden werden - und das nicht nur einmal am Tag, sondern im Zweistundentakt."

Es sei "unerklärlich, dass touristische Hotspots - wie Binz auf Rügen oder Kempten im Allgäu - nur wenige Male am Tag vom Fernverkehr angefahren werden und auch in den 'Deutschlandtakt'-Plänen des Verkehrsministeriums völlig außen vor bleiben", sagte Hofreiter und kritisierte damit die Pläne von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Laut Scheuers "Deutschlandtakt" soll die Bahn vielgenutzte Strecken künftig häufiger befahren. Ab 2021 soll der Plan schrittweise umgesetzt werden.

Anton Hofreiter fordert ein Schienenreaktivierungsprogramm
DPA

Anton Hofreiter fordert ein Schienenreaktivierungsprogramm

"Andere Orte, wie die Insel Usedom, haben gar keinen Fernverkehrsanschluss, die Anreise per Bahn gleicht einer Tortur, doch gleichzeitig ist die Insel komplett vom Autoverkehr verstopft", monierte Hofreiter.

Noch unverständlicher sei, dass manche Regionen, wie Fischland-Darß-Zingst oder der südliche Bayerische Wald, komplett vom Bahnverkehr abgeschnitten seien. "Wir fordern die Bundesregierung auf, endlich ein Schienenreaktivierungsprogramm aufs Gleis zu setzen", sagte er.

Hofreiter verlangte zudem, die Ticketpreise für die Bahn zu senken: "Nur wenn die Ticketpreise günstig sind, werden Urlauber auf die Bahn umsteigen."

höh



insgesamt 139 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
juharms 13.07.2019
1. Hallo
Wie wäre es mal mit einer Preisoffensive. An den Ferienwochenende kostet die Fahrkarte durchs LAnd bei der Bahn 250,00 € und ich habe sämtlichst Probleme ein Fahrrad mitzunehmen. Mit Flixbus bin ich bei 80 €. Bei zwei Personen mit dem Auto auch schon nicht mehr als 100 € und bei einer Familie dreht das sofort.....Nicht in der Ferienregion sondern auf den Fernstrecken ist doch das Problem. Und bei den Pendlerzügen. Derzeit hat die Strecke Hamburg Hannover zwischen Hamburg und Lüneburg indische Dimensionen. Fehlt nur noch, dass Mitreisende auf das Dach ausweichen. Und dann höre ich heute, dass die Bahn weniger Gewinn macht. Die BAHN darf keinen Gewinn machen sondern muss investieren. Der Cash flow muss in die Strecke und in die Fahrzeuge investiert werden. Gleichzeitig steht heute noch ein Beitrag zur Post und den Zustellerproblemen....SORRY alles hausgemacht in Branchen, in denen man wie die Versorger privatisiert auf Kosten der Beschäftigten und des Service.
OlafMuster 13.07.2019
2. Obwohl Hofreiter
un speziell die Grünen für mich ein "rotes Tuch" sind, muss ich ihm recht geben. Das ist seit den 60ern komplett falsch gelaufen, als Seebohm, Transportunternehmer- Verkehrsminister wurde. Aber wer mit der Bahn Urlaub machen will, dem wird heute viel- zu viel- abverlangt. Selbst mit dem ICE ist es ein Wagnis. Entweder kommt er zu spät oder gar nicht. Sogar zu früh gab es auch schon, kein Witz. Die Bahn steckt in den Kinderschuhen. Ein Desaster war es, die Bahn in den DAX hieven zu wollen, dadurch wurde die Wartung vernachlässigt, was zu den heutigen Problemen führt. Mehdorn und jetzt Pofalla sind Leute, denen man zu hochdotierten Posten verhalf, ganz zum Schaden der Bahn. Bahn, E-Werke, Wasser , auch die Post hätten NIE privatisiert werden dürfen. Da haben die Linken mal ausnahmsweise so was von recht.
see_baer 13.07.2019
3. Bahnoffensive ??
Sowie ich die Ballungscentren verlasse , ist doch Ende Gelände mit dem OVP ? Was nützt es , wenn mir für die letzten 30 Km nur ein TAXI zu astronomischen Kosten zur Verfügung steht?
winfried2001 13.07.2019
4. Nicht nur das....
Die Bahn hat sukzessive alle Autoreisezüge innerhalb Europas komplett abgeschafft. Würden die Bahnstrecken nach Südeuropa konsequent ausgebaut und attraktive Angebote an Autoreisezügen (wieder) geschaffen, hilft dies dem Klima, entlastet das die Autobahnen und schützt die Tiroler vor der deutschen Blechlawine.
fahrgast07 13.07.2019
5. Mehr Bahn!
Recht hat er! Noch viel wichtiger: Die Bahnverbindungen ins Ausland. Ob Dänemark, Schweden, Italien oder Südfrankreich: Der Bahnverkehr ist fast völlig ausgedünnt und kaum brauchbar. Und das trotz teurer Streckenbauten aus EU-Geldern! Herr Scheuer, machen Sie ihre Hausaufgaben!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.