Antrittsbesuch in Polen Merkel wirbt für gute Beziehungen

Zum Auftakt ihres Antrittsbesuchs in Warschau hat sich Kanzlerin Merkel zuversichtlich zur weiteren Entwicklung der deutsch-polnischen Beziehungen geäußert. Zündstoff steckt in den Themen Ostsee-Pipeline und Zentrum gegen Vertreibungen.


Warschau - "Wir wollen mit unseren Gesprächen die Beziehung zukunftsgewandt ausrichten", sagte Angela Merkel nach ihrer Ankunft in der polnischen Hauptstadt, fügte aber auch hinzu: "Wir werden natürlich auch die Vergangenheit nicht verdrängen."

Merkel bei Kaczynski: "Beziehung zukunftsgewandt ausrichten
AFP

Merkel bei Kaczynski: "Beziehung zukunftsgewandt ausrichten

Merkel betonte, dass sie gleich zu Beginn ihrer Amtszeit bewusst nicht nur Frankreich, sondern auch den zweiten großen Nachbarn Polen habe besuchen wollen. Polen und Deutschland seien noch nie so eng miteinander verbunden gewesen. "In diesem Geiste werden wir auch hier unsere Gespräche durchführen", sagte die Kanzlerin.

Mit Blick auf die verbreitete Skepsis gegenüber Deutschen in der polnischen Bevölkerung sagte Merkel, sie glaube dennoch an gute Gespräche in Warschau. "Ich weiß aus vielen Begegnungen, dass das polnische Volk mit dem deutschen Volk sehr gute Beziehungen haben möchte, und darauf setze ich."

Merkel traf zum Beginn ihres Kurzbesuch mit dem designierten polnischen Präsidenten Lech Kaczynski zusammen. Anschließend steht ein Gespräch mit Ministerpräsident Kazimierz Marcinkiewicz auf dem Programm.

Die Kanzlerin wird von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier begleitet. Bei den Gesprächen wird es vermutlich auch um das geplante Zentrum für Vertreibungen in Berlin gehen, das die polnische Regierung ablehnt.



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