Arbeitslose CDU will soziales Engagement attraktiver machen

Hartz IV-Bezieher, die sich zum neuen Bundesfreiwilligendienst melden, sollen künftig mehr Geld für sich behalten dürfen. Dafür wollen sich Sozialpolitiker der CDU einsetzen. Ihr Vorschlag: 175 Euro statt der bisher erlaubten 60 Euro.
Helferin im Bundesfreiwilligendienst: höherer Freibetrag für Arbeitslose?

Helferin im Bundesfreiwilligendienst: höherer Freibetrag für Arbeitslose?

Foto: Stephanie Pilick/ dpa

Berlin - CDU-Sozialexperten drängen darauf, den neuen Bundesfreiwilligendienst (BFD) für Hartz-IV-Empfänger finanziell reizvoller zu machen. Der Freibetrag, den Langzeitarbeitslose zusätzlich zu ihren Hartz-IV-Bezügen behalten dürfen, solle von derzeit 60 Euro monatlich auf 175 Euro heraufgesetzt werden, erklärten die beiden CDU-Abgeordneten Carsten Linnemann und Peter Tauber am Donnerstag in Berlin. "Wer als Hartz-IV-Empfänger heute am Bundesfreiwilligendienst teilnehmen möchte, wird für sein Engagement eher bestraft als belohnt."

Den beiden Christdemokraten zufolge regt auch ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags an, den Freibetrag auf 175 Euro anzuheben. Gerade für ältere Arbeitslose könne der neue Freiwilligendienst eine echte Chance sein, denn er stehe im Gegensatz zum Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) Menschen jeden Alters offen, erklärten Linnemann und Tauber. Sie kündigten eine parlamentarische Initiative für die Zeit nach der Sommerpause an.

Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung über die Idee der beiden Politiker berichtet. Demnach fehlen dem BFD bundesweit derzeit 12.000 Helfer.

Seit Anfang des Monats ist mit dem Aussetzen der Wehrpflicht auch der Zivildienst weggefallen. Die Aufgaben der Zivildienstleistenden sollen die Freiwilligen des BFD übernehmen, die für ihre Tätigkeit mit einem Taschengeld von bis zu 330 Euro im Monat und Zuschüssen zum Wohnen und Essen entlohnt werden. Der Dienst kann in sozialen Einrichtungen, aber auch in den Bereichen Sport, Integration oder Kultur geleistet werden. Der BFD tritt neben das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ).

Viele Rekruten kündigen

So wie im zivilen Bereich fehlen offenbar auch bei der Bundeswehr die Freiwilligen. Bei den Rekruten gibt es einem Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" zufolge eine hohe Kündigungsrate. Eine große Zahl der jungen freiwilligen Rekruten bricht demnach nach nur wenigen Tagen die Ausbildung ab. Seit dem Dienstantritt Anfang Juli hätten bei der 1. Panzerdivision in Hannover 14 Prozent der Freiwilligen gekündigt. Beim Berliner Wachbataillon liege die Abbrecherrate über zehn Prozent, meldete das Blatt am Donnerstag.

Nach dem Ende der Wehrpflicht ist die Bundeswehr komplett auf Freiwillige angewiesen. Dem Bericht zufolge haben die Freiwilligen sechs Monate Probezeit und können innerhalb von 24 Stunden kündigen.

ler/AFP/dapd
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