Umfrage in Euro-Krise Spitzenwerte für Merkel

Angela Merkel ist bei den Deutschen laut einer Umfrage so beliebt wie lange nicht. Offenbar strahlt die Zustimmung zur Kanzlerin sogar auf die Regierung insgesamt aus: Mitten in der Euro-Krise wächst die Zufriedenheit mit Schwarz-Gelb.

Berlin - 40 Prozent der Deutschen sind laut ARD-"Deutschlandtrend" mit der Arbeit der schwarz-gelben Bundesregierung zufrieden - das sind fünf Punkte mehr als im Juni. 59 Prozent sind nicht zufrieden. Mit der Regierungsarbeit der CDU sind 45 Prozent zufrieden und 52 Prozent unzufrieden. Mit der CSU sind 26 Prozent zufrieden und 63 Prozent unzufrieden. Die Leistungen der FDP in der Bundesregierung werden schlechter beurteilt: Nur 12 Prozent sind damit zufrieden, 83 Prozent sind mit ihr unzufrieden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel gewinnt im Vergleich zum Vormonat noch einmal an Zustimmung und belegt damit weiter den ersten Platz der Liste der abgefragten Parteipolitiker. Auch in anderen Umfragen war dieser Trend abzulesen. Mit ihrer Arbeit sind laut der neuen Erhebung 68 Prozent der Deutschen zufrieden. Dies ist der beste Wert für Angela Merkel seit Dezember 2009. Mehr als zwei Drittel sind der Meinung, dass die Rettung des Euro bei der Kanzlerin in guten Händen ist. Auf Platz zwei der Politiker-Rangliste folgt Finanzminister Wolfgang Schäuble. Platz drei belegt Verteidigungsminister Thomas de Maizière vor SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier. Schlusslicht ist weiterhin FDP-Chef Philipp Rösler.

Rösler muss sich zudem parteiintern mit heftiger Kritik auseinandersetzen. Zuletzt hatte der schleswig-holsteinische FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki gefordert, die Partei neu auszurichten - notfalls ohne Rösler. Die niedersächsische FDP - Röslers Heimat-Landesverband - will den Parteichef aber trotz allem zum Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl machen und ihn auch zu Auftritten im Landtagswahlkampf 2013 einladen. Kubicki hingegen sei nicht erwünscht, hieß es.

Die Koalitionsparteien CDU/CSU und FDP haben der Umfrage zufolge in der Wählergunst zugelegt. So verbesserte sich die Union um einen Punkt auf 36 Prozent. Auch die Freien Demokraten legten einen Zähler zu, kommen auf fünf Prozent und würden damit den Sprung ins Parlament schaffen. Die SPD hingegen verliert bei der Sonntagsfrage im Vergleich zum Vormonat zwei Punkte auf 28 Prozent. Die Grünen geben einen Punkt ab und kommen auf 13 Prozent. Die Linke verliert ebenfalls einen Punkt auf sechs Prozent. Die Piratenpartei gewinnt gegenüber dem Vormonat einen Punkt hinzu und erreicht acht Prozent, wie die ARD am Mittwoch berichtete.

Für die Sonntagsfrage befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap im Auftrag der ARD von Montag bis Dienstag dieser Woche telefonisch 1504 Wahlberechtigte.

ffr/Reuters/dapd