Laschet-Plakate der CDU »Im Müll landen sie nicht, wir hängen sie nur nicht auf«

Der CDU-Ortsverband Limbach-Altstadt im Saarland hat entschieden, keine Laschet-Plakate aufzuhängen. Ein Anruf beim Vorsitzenden Carsten Baus, der die versammelte Parteispitze nach der Wahl »zum Teufel« jagen möchte.
Plakat mit Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet in Berlin

Plakat mit Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet in Berlin

Foto: STEFAN ZEITZ / imago images/Stefan Zeitz

SPIEGEL: Herr Baus, Sie haben sich auf unsere Umfrage unter Leserinnen und Lesern gemeldet, wo eigentlich die Plakate von Armin Laschet geblieben sind. Bei Ihnen wird der Kanzlerkandidat der Union nicht plakatiert. Haben Sie keine Plakate von der CDU-Zentrale erhalten?

Baus: Doch, unser CDU-Ortsverband Limbach-Altstadt hat einige Plakate im kleinen Format geschickt bekommen, die nun bei mir lagern. Im Müll landen sie nicht, wir hängen sie nur nicht auf. Falls doch zu viele unserer anderen Plakate zerstört werden sollten, würden wir die Laschet-Plakate vielleicht sogar noch aufhängen.

SPIEGEL: Warum hängen Sie die Plakate bisher nicht auf?

Baus: Armin Laschet ist nicht der Kanzlerkandidat, der das Land voranbringen wird. Er steht für das Weiter-so der Kanzlerin Angela Merkel. Er steht dafür, dass wir Dinge nicht klar benennen und weiter einem Zeitgeist hinterherlaufen, um möglichst wenigen Leuten politisch wehzutun. Das kann so nichts werden. Es war leider eine erkennbar völlig falsche Entscheidung, Laschet zum Kanzlerkandidaten der Union zu machen.

SPIEGEL: Es gab doch eine Entscheidung des CDU-Bundesvorstands, Armin Laschet zum Kanzlerkandidaten zu machen. Das ist Ihnen egal?

Baus: Der Bundesvorstand sollte nach der Wahlniederlage zum Teufel gejagt werden. Er hat eine für die Partei schädliche Entscheidung getroffen. Wir haben auch eine Anzeige als Ortsverband im örtlichen Bekanntmachungsblatt veröffentlicht für etwa 380 Euro, dass Laschet nicht der Kanzlerkandidat werden sollte, auch wenn wir ihn als Parteivorsitzenden unterstützen. Das war auf dem Höhepunkt der Diskussion, wer der Kandidat werden müsste. Doch auf die Basis der Partei wurde nicht gehört. Mit Herrn Söder hätten wir bessere Chancen aufs Kanzleramt gehabt. Der Lauf der Dinge hat unsere Laien-Meinung bedauerlicherweise bestätigt.

SPIEGEL: Es gab gewichtige Stimmen aus Ihrer Partei wie die von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, der sich für Laschet einsetzte.

Baus: Herr Schäuble verdient aufgrund seiner politischen Lebensleistung großen Respekt. Er ist sicher intelligenter als wir hier im Ortsverband. Doch mit brillanter politischer Analyse allein regeln Sie die Probleme auch nicht. Herr Schäuble sollte nach diesem Fehler abtreten. Das habe ich bereits öffentlich geäußert und werde es weiterhin öffentlich äußern, so lange, bis der Vorstand beim Teufel angekommen ist.

SPIEGEL: Was kann die Union jetzt noch tun, um die Wahlniederlage zu vermeiden?

Baus: Nichts.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.