Auftritt mit Bundespräsident Steinmeier Lachen im Katastrophengebiet – Laschet bittet um Entschuldigung

»Dies war unpassend«: Kanzlerkandidat Armin Laschet wird kritisiert, weil er während einer Beileidsbekundung des Bundespräsidenten in Erftstadt im Hintergrund witzelte. Nun hat er sich zu dem Vorfall geäußert.
Laschet während der Worte Steinmeiers: »Es tut mir leid«

Laschet während der Worte Steinmeiers: »Es tut mir leid«

Foto: Marius Becker / dpa

Der Kanzlerkandidat der Union, Armin Laschet, hat sich am Samstagabend für sein Verhalten während eines Pressestatements von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Katastrophengebiet entschuldigt. Steinmeier hatte den Unwetteropfern sein Beileid ausgesprochen, Laschet stand im Hintergrund und lachte.

Er bedaure den Eindruck, dieser sei durch eine »Gesprächssituation« entstanden, schrieb Laschet auf Twitter. »Dies war unpassend und es tut mir leid.« Das Schicksal der Betroffenen liege ihm am Herzen.

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Das Video der kurzen, rund 20 Sekunden andauernden Szene wurde am Samstag tausendfach unter dem Hashtag #Laschetlacht auf Twitter geteilt. Die SPD-Führung kritisierte den CDU-Kandidaten daraufhin. Er sei sprachlos, schrieb Generalsekretär Lars Klingbeil. SPD-Vize Kevin Kühnert schrieb: »Eine Frage des Charakters«.

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Die Videos, die in den sozialen Netzwerken nun geteilt werden, zeigen nur einen kleinen Ausschnitt der Situation. Laschet steht lange mit ernster Miene im Hintergrund, sein Lachen dauert nur rund 20 Sekunden, später verschwindet er aus dem Bild. Im Netz wurde darauf verwiesen, dass auch Steinmeier an anderer Stelle gelacht habe. Die Diskussion konzentrierte sich zunächst aber auf Laschet. Hier können Sie sich das gesamte Pressestatement anschauen:

Besonders scharf wirkt der Kontrast durch Steinmeiers emotionale Worte. »Wir trauern mit denen, die ihre Familien, Bekannten, Familienangehörige verloren haben. Ihr Schicksal zerreißt uns das Herz«, sagte er bei dem gemeinsamen Auftritt in Erftstadt. Es sei gut, dass Länder und Bund frühzeitig signalisiert hätten, den Flutopfern zu helfen. Er danke auch den Rettungskräften, die »bis zur Erschöpfung und jenseits davon gearbeitet haben«.

Laschet sprach nach Steinmeier. Das Hochwasser nannte er eine »Jahrhundertkatastrophe«. Land und Kommunen könnten die Folgen der Flut nicht allein stemmen, sagte er. Laschet versprach den Opfern des Hochwassers eine Direkthilfe, die sehr unbürokratisch ausgezahlt werden solle.

Erftstadt unterspült

Die nordrhein-westfälische Ortschaft steht extrem unter Wasser, am Donnerstag hatten Wassermassen den Ort unterspült, Häuser und eine halbe Burg weggerissen. Auch am Samstag ist die Lage noch dramatisch, noch immer werden Menschen vermisst, eine Abbruchkante droht weitere Teile des Ortes zu verschlucken.

Laschet und Steinmeier hatten sich mit Rettungskräften der Feuerwehr und anderen Hilfsorganisationen getroffen und anschließend vor der Feuerwache ihre Stellungnahmen abgegeben. Neben Laschet sind auch Olaf Scholz (SPD) und Annalena Baerbock (Grüne) inzwischen ins Katastrophengebiet gereist. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am Sonntag in der schwer verwüsteten Region in Rheinland-Pfalz erwartet. Bei der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands sind mehr als 140 Menschen gestorben. Noch immer suchen Rettungskräfte nach Überlebenden.

slü