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Leichtsinn und schlechtes Krisenmanagement Verspielt Armin Laschet seine politische Zukunft?

Der NRW-Ministerpräsident war auf gutem Weg, CDU-Chef und nächster Bundeskanzler zu werden. Dann kam die Coronakrise und mit ihr Zweifel an seiner Eignung.
aus DER SPIEGEL 19/2020
Armin Laschet

Armin Laschet

Foto: RETO KLAR / FUNKE FOTO SERVICES

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Armin Laschet hat da mal was mitgebracht, es sind ein paar Blätter mit Säulen, Kurven und vielen Zahlen. Die Blätter werden von einer Büroklammer zusammengehalten, in ihnen steckt eine Botschaft.

Dienstagnachmittag, in der Luft hängt der Rauch eines Zigarillos, der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen sitzt in seinem Büro in der Düsseldorfer Staatskanzlei und hat vor, sich zu verteidigen. Er findet, dass er ziemlich ungerecht behandelt wird. Und er findet, dass die Blätter mit der Büroklammer das belegen.

"Das sind verschiedene Zahlen von unseren Behörden, auch vom Robert Koch-Institut", sagt Laschet, "die kommen zweimal täglich." Auf dem ersten Blatt ist ein Diagramm zu sehen, in dem die Corona-Fälle je 100.000 Einwohner aufgelistet sind. An der Spitze steht Bayern mit 314 Fällen. Nordrhein-Westfalen kommt erst vier Plätze dahinter, mit knapp 178 Fällen.

Laschet sagt: "Wenn ich mir die Zahlen anschaue, dann gibt es natürlich eine sehr unterschiedliche Betroffenheit auch in Deutschland. Wir haben in Nordrhein-Westfalen schnell und klar reagiert, als im Kreis Heinsberg die ersten Fälle auftraten." Es gebe keine Entwarnung, aber: "Unsere Maßnahmen haben offenkundig gewirkt."

Was er meint: Natürlich darf er mit solchen Zahlen im Rücken über Lockerungen reden. Natürlich muss der Söder da in Bayern den harten Mann machen, schließlich regiert der quasi einen Seuchenherd.

Laschet legt die Blätter auf den Tisch. Ob man die mitnehmen dürfe? Natürlich.

Es gibt Politiker und Politikerinnen, die in der Coronakrise eine neue Rolle für sich finden, als entschlossene Krisenmanager, einfühlsame Länderchefs, als Mahner, als Anführer. Armin Laschet, 59, ist vor allem damit beschäftigt, sich zu verteidigen.

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