Früherer Unions-Kanzlerkandidat Laschet wird neuer Vorsitzender des Kuratoriums der RAG-Stiftung

Ex-CDU-Chef Armin Laschet sitzt seit seiner Wahlniederlage als einfacher Abgeordneter im Bundestag. Nun hat Wirtschaftsminister Habeck dem Sohn eines Steigers einen neuen Posten verschafft.
Armin Laschet

Armin Laschet

Foto: Chris Emil Janssen / imago images/Chris Emil Janßen

Der ehemalige Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet (CDU), wird neuer Vorsitzender des Kuratoriums der RAG-Stiftung. Laschet sei am Montag auf Vorschlag von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck vom Stiftungskuratorium in das Amt berufen worden, teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit. Die RAG-Stiftung kümmert sich um die Finanzierung der sogenannten Ewigkeitslasten, die nach dem Ausstieg aus dem deutschen Steinkohlebergbau anfallen. Laschet tritt als Kuratoriumsvorsitzender die Nachfolge des Unternehmers Jürgen Großmann an.

Mit dem Bergbau groß geworden

Habeck betonte: »Armin Laschet kennt die Geschichte des Steinkohlebergbaus wie kaum ein anderer: Als Sohn eines Steigers ist er mit dem Bergbau groß geworden, als Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen begleitete er den Ausstieg aus der Steinkohleförderung intensiv.«

Die RAG-Stiftung war am 26. Juni 2007 gegründet worden, um die Abwicklung des subventionierten deutschen Steinkohlebergbaus zu bewältigen und die Finanzierung der Ewigkeitslasten aus dem deutschen Steinkohlebergbau sicherzustellen. Der Wert des Stiftungsvermögens lag Ende 2021 bei rund 21,3 Milliarden Euro.

Die »Ewigkeitsaufgaben« sind Folgen des Bergbaus, bei denen kein Ende abzusehen ist. Der kostspieligste Bereich ist das andauernde Hochpumpen von Grubenwasser, das nach dem Ende des Kohleabbaus natürlicherweise ansteigt, aber nicht in die Nähe des Grundwassers und damit des Trinkwassers kommen soll. Es wird zu Tage gepumpt und dann in Flüsse abgeleitet.

Ebenfalls auf Vorschlag des Bundes wurden zwei neue Mitglieder des Kuratoriums benannt: der Vorstandsvorsitzende des Landesverbandes Erneuerbare Energien NRW, Reiner Priggen, und Steag-Chef Andreas Reichel.

Armin Laschet war bei der Bundestagswahl 2021 als Kandidat der Union angetreten. Nach der Niederlage bei den Bundeswahlen trat er sowohl als CDU-Parteichef als auch von seinem Posten als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen zurück. Seitdem sitzt er als einfacher Abgeordneter im Bundestag.

Anmerkung: In einer früheren Version lautete die Überschrift, Laschet werde Vorsitzender der RAG-Stiftung. Tatsächlich übernimmt er den Vorsitz des Kuratoriums. Wir haben die Stelle präzisiert.

muk/dpa
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