Auftrag für Schutzausrüstung Armin Laschets Sohn wehrt sich gegen Vorwürfe der Vetternwirtschaft

Influencer Joe Laschet hat seinem Vater die Nummer eines Produzenten von Schutzausrüstung gegeben, mit dem er zusammenarbeitet. Er sagt: Es sei dabei nicht um persönliche Vorteile gegangen, sondern um Hilfe.
Joe Laschet (rechts) mit seinen Eltern: »Es ging nicht um persönliche Vorteile, sondern um effektive Hilfe.«

Joe Laschet (rechts) mit seinen Eltern: »Es ging nicht um persönliche Vorteile, sondern um effektive Hilfe.«

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Henning Kaiser / dpa

In der Debatte über eine Masken- und Kittelbestellung der Landesregierung in NRW bei der Modefirma van Laack hat sich Johannes »Joe« Laschet zu Wort gemeldet: »Selbstverständlich habe ich keinen Cent, keinen Vorteil und keine Provision erhalten«, schrieb der Sohn von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) im sozialen Netzwerk Instagram.

Bei der Suche nach Masken und Produzenten zu Beginn der Coronakrise habe er seinem Vater den Kontakt eines »Inhabers weitergegeben, mit dem ich bekanntlich schon lange zusammenarbeite«, schrieb Joe Laschet – ohne den Namen van Laack zu erwähnen.

»Zweck des Ganzen war, dass Krankenhäuser, Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger fehlende Schutzkleidung bekommen konnten«, so der Mode-Influencer, der bei Instagram knapp 92.000 Abonnenten hat: »Es ging nicht um persönliche Vorteile, sondern um effektive Hilfe.«

Van Laack-Inhaber Christian von Daniels hatte am Wochenende in der »Rheinischen Post« publik gemacht, dass sein Werbepartner »Joe« Laschet den Kontakt zum Ministerpräsidenten hergestellt hatte. Im Frühjahr hatte die Firma aus Mönchengladbach einen Auftrag des Landes über 38,5 Millionen Euro bekommen. Die NRW-Polizei orderte später zweimal 1,25 Millionen Masken für insgesamt vier Millionen Euro.

SPD will Vorgang prüfen

Die SPD-Fraktion im Landtag stellte daraufhin eine Kleine Anfrage zum Hintergrund des Deals. Sie witterte »Influencer-Marketing in der Staatskanzlei«.

Ministerpräsident Armin Laschet verwahrte sich gegen die Vorwürfe. »Ich finde die haltlosen Unterstellungen der SPD schäbig und unanständig«, sagte Laschet bei einer Pressekonferenz mit Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Düsseldorf.

Zu stern.de sagte Daniels, dass Influencer Laschet im abgelaufenen Geschäftsjahr 6358 Euro bei van Laack verdient habe. Im Vorjahr seien es 4817,98 Euro gewesen. Die Kleidungstücke, die Laschet bei Instagram zeigt, bekomme er leihweise.

mfh/dpa