SPIEGEL-Umfrage zum neuen CDU-Chef Mehrheit der Deutschen hält Laschet für keine gute Wahl

Die Wahl Armin Laschets zum CDU-Vorsitzenden findet laut einer SPIEGEL-Umfrage in der Bevölkerung ziemlich wenig Anklang. Und selbst unter Unionsanhängern ist seine Beliebtheit ausbaufähig.
Der neue Parteivorsitzende der CDU: Armin Laschet

Der neue Parteivorsitzende der CDU: Armin Laschet

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Andreas Rentz / Getty Images

Es sollte bereits im April 2020 geschehen – und war nun wegen der Coronakrise doch erst im Januar 2021 so weit: Endlich hat die CDU einen neuen Vorsitzenden bestimmt. Beim digitalen Parteitag am Wochenende setzte sich Armin Laschet in einer Stichwahl gegen Friedrich Merz durch.

Das Ergebnis war knapp: Laschet erhielt 521 Stimmen, Merz 466. Begeisterung löst die Wahl Laschets allerdings nicht aus. Mehr als die Hälfte der Deutschen verneint die Frage, ob er als Parteichef eine gute Wahl ist. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Civey für den SPIEGEL hervor.

Demnach sind 32 Prozent »auf keinen Fall« der Ansicht, Laschet sei eine gute Wahl. Weitere 19 Prozent beantworten die Frage mit »eher nein«. Nur etwa jeder dritte Befragte begrüßt die Personalie – 13 Prozent halten Laschet »auf jeden Fall« und 21 Prozent zumindest »eher« für eine gute Wahl.

Auch in den eigenen Reihen ist die Unterstützung für Laschet verhalten. 41 Prozent der befragten Unionswähler halten ihn für eine gute Wahl, 45 Prozent nicht. Bei Wählern von SPD und Grünen sind Unterstützer und Gegner nahezu gleich stark vertreten.

Besonders wenige Fürsprecher hat Laschet bei Anhängern der AfD (10 Prozent) und der FDP (32 Prozent). Letzteres ist bemerkenswert, führt Laschet doch in Nordrhein-Westfalen eine Regierung, an der die Liberalen beteiligt sind. Und er sagte, seine Lieblingskoalition sei eine zwischen CDU und FDP.

Insgesamt sind die Einschätzungen nicht gerade beruhigend für den neuen Parteivorsitzenden, der bald schon die nächste Führungsfrage vor sich hat . Schließlich muss sich die Union in diesem Superwahljahr mit sechs Landtagswahlen und der Bundestagswahl demnächst entscheiden, wer ihr Kanzlerkandidat wird.

Dass er Laschet heißen wird, ist längst nicht ausgemacht, auch wenn der CDU-Chef traditionell als natürlicher Anwärter auf die Kanzlerkandidatur gilt. Laschet hat bereits seinen Anspruch darauf bekräftigt.

Doch auch der Chef der bayerischen Schwesterpartei CSU hat sich in Stellung gebracht. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder gerierte sich während der Pandemie als Macher und überzeugte dabei bislang mehr Menschen im Land als der neue CDU-Chef: In Umfragen liegt Söder schon länger vor Laschet. Und ganz aus dem Rennen dürfte auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn noch nicht sein.

Söder und Laschet haben angekündigt, dass sie spätestens Mitte März nach den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz eine Entscheidung treffen wollen. Vor Laschet liegen nun harte Wochen . Aber ihm bleibt auch noch Zeit, um insbesondere die Unionsanhänger von sich zu überzeugen.

mfh