Auf Twitter US-Schauspieler Ashton Kutcher sucht den Dialog mit SPD-Chefin Saskia Esken

Ein Hollywoodstar interessiert sich für die Arbeit der SPD: Schauspieler Ashton Kutcher hat sich auf Twitter direkt an die Parteispitze der Sozialdemokraten gewandt. Er will über ein ernstes politisches Thema sprechen.
Ashton Kutcher (Archivbild): "Bitte schicken Sie mir eine Direktnachricht"

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Chris Pizzello/ dpa

17,5 Millionen Fans aus aller Welt hat Hollywoodstar Ashton Kutcher auf Twitter. Einige davon dürften sich gewundert haben, wen er denn da in seinem Tweet von Mittwochabend markierte: Birgit Sippel, Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans, drei deutsche Sozialdemokraten. Sippel sitzt für die SPD im EU-Parlament, Esken und Walter-Borjans sind bekanntermaßen Parteivorsitzende.

Offenbar geht es Kutcher um ein ernstes politisches Thema: Er würde sich "über die Gelegenheit freuen, mit Ihnen über die Auswirkungen Ihrer Position zum EU-Kommunikationskodex über die Privatsphäre von missbrauchten Kindern zu sprechen", schrieb der Schauspieler an die SPD-Politiker gerichtet. "Bitte schicken Sie mir eine Direktnachricht."

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Esken reagierte prompt, bedankte sich für die Kontaktaufnahme und bat Kutcher ihrerseits um eine Direktnachricht. "Ich bin Ihnen zurückgefolgt", schrieb Esken. Kutcher markierte ihren Tweet mit "Gefällt mir". Am Donnerstagabend schrieb er dann , er habe Esken und Sippel eine E-Mail geschickt. Es werde sicherlich dazu kommen, dass man die Bemühungen auch öffentlich mache, ergänzte Kutcher.

Ein SPD-Sprecher bestätigte auf Anfrage der "Welt"  lediglich, dass die Parteichefin persönlich Kutcher geantwortet habe. Zuvor habe es keinen Kontakt zwischen den beiden gegeben. Der Hollywoodstar Kutcher ist unter anderem als Nachfolger von Charlie Sheen in der Serie "Two And A Half Men" bekannt und ist mit der Schauspielkollegin Mila Kunis verheiratet.

Es war nicht eindeutig, welche Regelung Kutcher meinte. Die EU-Kommission hat im Sommer aber eine neue "Strategie zur wirksameren Bekämpfung des Missbrauchs von Kindern"  vorgelegt. Dabei geht es unter anderem um die Prävention und die Verstärkung der Strafverfolgung im Hinblick auf sexuellen Missbrauch von Kindern - "sowohl offline als auch online".

End-to-End-Verschlüsselung behindert Aufdeckungsinstrumente

Die Kommission sorgt sich, dass durch die zunehmende End-to-End-Verschlüsselung von Messengerdiensten die Zahl der Meldungen von sexuellem Missbrauch zurückgehen könnte, "da die derzeit verwendeten Aufdeckungsinstrumente bei End-to-End-verschlüsselter Kommunikation nicht funktionieren." Daher will Brüssel technische Lösungen prüfen, durch die sexueller Kindesmissbrauch in solchen Chats erkannt und gemeldet werden können.

Darauf bezog sich Kutcher offenbar in einem weiteren Tweet an Esken: Er betonte, die Privatsphäre von Kindern sei wichtig. Außerdem thematisierte er den Einsatz technischer Mittel zu Erkennung, Meldung und Entfernung von Material, das sexuellen Kindesmissbrauch zeigt. Aus dem Tweet wurde allerdings nicht klar, was er davon genau hält.

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Zudem schrieb Kutcher, das technische Know-how der profilierten Digitalpolitikerin Esken könne sich positiv auf die Lebensqualität von "zahllosen Kindern" auswirken. Er ging allerdings auch hier nicht ins Detail.

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Auch die Europaabgeordnete Sippel reagierte auf Kutchers Tweet und postete einen Link mit Kontaktdaten . Walter-Borjans hingegen blieb still. Dafür nutzte SPD-Vize Kevin Kühnert die unerwartete Bühne der Partei für eine andere Idee: An Schauspieler Leonardo DiCaprio gerichtet schrieb Kühnert, wenn dieser etwas "über das Sozialstaatskonzept der #SPD oder so" wissen wolle, solle er sich per Direknachricht melden.

mes
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