Statistik für Mai Mehr als doppelt so viele Asylbewerber wie im Vorjahr

Im Mai 2015 stellten mehr als doppelt so viele Menschen in Deutschland einen Asylantrag wie im gleichen Monat 2014 - aber weniger als im April 2015. Insbesondere die Zahl der Flüchtlinge aus dem Kosovo ist rapide gesunken.
Asylbewerber vor der zentralen Aufnahmeeinrichtung in Berlin

Asylbewerber vor der zentralen Aufnahmeeinrichtung in Berlin

Foto: Paul Zinken/ dpa

25.992 Menschen beantragten nach Angaben des Bundesinnenministerium im Mai Asyl beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Das waren 13.535 oder 108,6 Prozent mehr als im Mai 2014. Gegenüber dem Vormonat sank die Bewerberzahl zugleich um 4,4 Prozent.

Etwa 41 Prozent der Asylanträge wurden den Angaben nach von Menschen aus den westlichen Balkanländern Albanien, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Montenegro, Kosovound Mazedonien gestellt. Im Vergleich zu den beiden Vormonaten zeichnete sich zumindest bei den Anträgen aus dem Kosovo eine Trendwende ab: Die Zahl der asylsuchenden Kosovaren, die im März dieses Jahres bei 11.729 und im April bei 4608 gelegen hatte, sank im Mai auf 1947.

Erneut zurück ging auch die Zahl der Asylanträge aus Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina. Nur bei Bewerbern aus Albanien kam es wieder zu einer leichten Steigerung von 4794 im April auf 4922 im Mai 2015.

Im Mai entschied das BAMF über 16.784 Anträge. Davon wurden 5687 oder 33,9 Prozent bewilligt. Zudem wurden für 215 weitere Antragsteller Abschiebeverbote erteilt oder sie profitierten von ergänzenden Schutzregeln der EU-Richtlinie. Die übrigen Anträge wurden abgewiesen oder erledigten sich aus anderen Gründen, etwa mit der Überweisung der Flüchtlinge an den eigentlich zuständigen EU-Staat.

Seit Ende 2014 gelten Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina als sichere Herkunftsstaaten - die Bundesregierung geht also davon aus, dass Migranten aus diesen Ländern in ihrer Heimat keine Verfolgung droht - Flüchtlinge aus diesen Ländern können schneller abgeschoben werden. Menschen aus den West-Balkan-Ländern können insgesamt kaum auf Anerkennung als Asylberechtigte in Deutschland hoffen - ihre Anträge werden meist abgelehnt, weil sie als Wirtschaftsflüchtlinge eingestuft werden.

anr/AFP
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