Flüchtlinge in Deutschland Bosbach will Arbeitsverbot für Asylbewerber behalten

Die Zahl der Asylbewerber in Deutschland ist auf ein Rekordhoch gestiegen. Geht es nach Wolfgang Bosbach, bleibt es den Flüchtlingen auch in Zukunft verboten zu arbeiten. Andernfalls würde man die Schlepper unterstützen, sagte der CDU-Politiker der "Welt".

CDU-Politiker Bosbach (Archivbild): "Einige Kommunen haben die Grenzen der Belastbarkeit erreicht"
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CDU-Politiker Bosbach (Archivbild): "Einige Kommunen haben die Grenzen der Belastbarkeit erreicht"


Berlin - Wolfgang Bosbach lehnt eine Aufhebung des Arbeitsverbots für Asylbewerber ab. Wenn das Verbot fiele, "würde sich diese Nachricht in Windeseile verbreiten und die Menschen würden nach Deutschland strömen", sagte der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses der Zeitung "Welt". "Damit würden wir letztlich auch die Schlepper unterstützen."

In keinem anderen EU-Land beantragen mehr Menschen Asyl als in Deutschland. Im Juli haben fast 10.000 Menschen einen Erstantrag gestellt, die meisten von ihnen stammen aus Russland und Syrien. Das berichtet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), das für die entsprechenden Anträge zuständig ist. Gegenüber dem Vormonat Juni stieg die Zahl der Anträge um 13,2 Prozent, gegenüber Juli 2012 war es sogar ein Plus von knapp 112 Prozent.

Angesichts dieses Anstiegs warnte Bosbach vor einer Überforderung der Städte und Gemeinden. "Einige Kommunen haben die Grenzen der Belastbarkeit erreicht", sagte der CDU-Politiker.

Derzeit kommt fast jeder vierte neue Asylbewerber in Deutschland aus Russland. Viele von ihnen stammen aus der Teilrepublik Tschetschenien. Die Menschen werden von Schleppern aus dem Kaukasus in die Bundesrepublik gelockt. In Tschetschenien machen Gerüchte die Runde, dass Flüchtlinge in Deutschland mit 4000 Euro Begrüßungsgeld empfangen werden.

aar/AFP

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