Asylpolitik Weiterer Abschiebeflug in Kabul eingetroffen

In der afghanischen Hauptstadt Kabul ist ein weiteres Flugzeug aus Deutschland mit abgeschobenen Menschen gelandet. Die Sicherheitslage im Land gilt weiter als angespannt.

Polizisten bringen abgelehnte Asylbewerber in den Charterbereichs des Flughafens Frankfurt am Main (die Aufnahme stammt aus Dezember 2018)
Boris Roessler/DPA

Polizisten bringen abgelehnte Asylbewerber in den Charterbereichs des Flughafens Frankfurt am Main (die Aufnahme stammt aus Dezember 2018)


Es war die 26. Sammelabschiebung seit Dezember 2016: In Kabul, Afghanistans Hauptstadt, ist ein Flieger mit 45 Männern an Bord aus Deutschland eingetroffen. Die Männer lebten zuvor in Bayern, Sachsen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland.

Ein 46. Afghane war ebenfalls zum Flughafen gebracht worden, wurde aufgrund eines kurzfristigen Gerichtsbeschlusses aber letztlich nicht abgeschoben. Seit Dezember 2016 wurden mehr als 600 Männer nach Afghanistan zurückgebracht.

Abschiebungen nach Afghanistan sind umstritten, da Kritiker darauf hinweisen, dass die Sicherheitslage dort weiter angespannt ist. Der Krieg gegen die radikalislamischen Taliban und die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) fordert täglich Opfer. Insgesamt starben einem Uno-Bericht zufolge von Januar bis Ende Juni 1366 Zivilisten in dem Konflikt, 2446 wurden verletzt. Das waren 27 Prozent weniger Opfer als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Vor wenigen Tagen wurde in der Hauptstadt Kabul das Büro eines Vizepräsidentenkandidaten angegriffen. Dabei starben mehr als 20 Menschen. Nur drei Tage davor waren bei drei Explosionen in der Stadt mindestens elf Menschen getötet worden. Bei 15 größeren Angriffen in Kabul seit Januar starben laut Behördenangaben fast 100 Menschen, mehr als 500 wurden verletzt.

Im Bemühen, den Konflikt politisch zu lösen, gab es bisher mehrere Gesprächsrunden zwischen Vertretern der USA und hochrangigen Taliban. Diese sollen zu direkten Gesprächen zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban führen.

höh/dpa



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