Ruf nach Stiftung Merkel lehnt Übernahme von Atom-Altlasten ab

Wer trägt die Verantwortung für die Abwicklung der Atomkraftwerke? Nicht der Bund, meint Angela Merkel. Eine einseitige Verlagerung der Risiken "werden wir nicht mitmachen", sagte sie jetzt in einem Zeitungsinterview.
Offenbar gegen die Atomstiftung: Angela Merkel bei einem Auftritt in Naumburg

Offenbar gegen die Atomstiftung: Angela Merkel bei einem Auftritt in Naumburg

Foto: Peter Endig/ dpa

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Idee einer Atom-Stiftung für die Energiewirtschaft indirekt abgelehnt. "Im Grundsatz muss es dabei bleiben, dass die Unternehmen die Verantwortung für die Entsorgung von Atommüll tragen", sagte die CDU-Vorsitzende der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" . Dafür hätten sie Rückstellungen gebildet. Eine einseitige Verlagerung der Risiken "werden wir nicht mitmachen".

Nach SPIEGEL-Informationen wollen die drei großen Energieversorger E.on, RWE und EnBW zusammen mit dem Bund eine öffentlich-rechtliche Stiftung gründen, die den milliardenteuren Abriss und die Endlagerung des strahlenden Mülls übernehmen soll. Der Vorstoß war auf breiten politischen Widerstand gestoßen.

Merkel deutete nun zwar ebenfalls ihre Ablehnung an, wollte sich zur Idee der Energiekonzerne aber nicht direkt äußern. Sie habe davon bisher nur in der Presse gelesen. "Wir werden über das Thema der Kernkraftwerke und ihrer Altlasten sicher noch viele Gespräche führen", sagte Merkel.

dab/dpa/Reuters
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