Trotz Klimawandel Chef der Atommüll-Behörde verteidigt Aus für Atomkraft

AKW sind besser fürs Klima als Kohlekraftwerke. Trotzdem findet der Chef des Bundesamts für kerntechnische Entsorgungssicherheit den Atomausstieg richtig - wegen der Sicherheitsrisiken.
Abrissroboter auf dem Kühlturm des Kernkraftwerks Mülheim-Kärlich 2018: Ausbau regenerativer Energien "massiv vorantreiben"

Abrissroboter auf dem Kühlturm des Kernkraftwerks Mülheim-Kärlich 2018: Ausbau regenerativer Energien "massiv vorantreiben"

Foto: Thomas Frey/ picture alliance/dpa

Der Chef der Behörde für den Umgang mit Atommüll hält den Ausstieg aus der Atomkraft trotz der Probleme beim Klimaschutz für richtig. "Es sind die richtigen Schlussfolgerungen getroffen worden nach den Erfahrungen von Tschernobyl und Fukushima", sagte Wolfram König den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Die Atomkraft werfe zentrale Sicherheitsfragen auf, es würden "Hochrisikostoffe" erzeugt, die auch Basis für eine nukleare Bewaffnung sein könnten. "In Deutschland hat es über Jahrzehnte einen gesellschaftlichen Großkonflikt gegeben über die Nutzung der Atomenergie, den wir mit dem Ausstieg befrieden", sagte König.

Er leitet das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE), das unter anderem für die Themen End- und Zwischenlager sowie Atomtransporte zuständig ist.

Kernkraftwerk im badischen Philippsburg geht noch im Dezember vom Netz

Der Atomausstieg in Deutschland läuft bereits. Ende Dezember geht als nächstes das Kernkraftwerk im badischen Philippsburg vom Netz, bis Ende 2022 steigt Deutschland komplett aus der Atomkraft aus. Angesichts der Klimakrise stellen manche Politiker das infrage und fordern, lieber schneller aus der klimaschädlichen Stromgewinnung aus Kohle auszusteigen. Das soll in Deutschland spätestens bis 2038 passieren.

Kritiker des Atomausstiegs beziehen sich gern auf den Bericht des Weltklimarats (IPCC) von 2014. Darin wird der niedrige Treibhausgasausstoß der Atomkraft betont. Allerdings verweisen die Klimaexperten im gleichen Dokument auch auf das Problem, Endlager für den Atommüll zu finden, sowie auf Risiken beim Betrieb der Reaktoren und beim Uranabbau.

Video reportage aus Atomkraftwerk: Teurer Abriss in Mülheim-Kärlich

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Es bringe einen Sicherheitsgewinn, wenn weniger Atomkraftwerke am Netz seien, sagte König. "Die Herausforderung wird sein, die Versorgungssicherheit bei gleichzeitigem Ausstieg aus der Kohleverstromung zu gewährleisten."

Der Ausbau der regenerativen Energien und der Stromnetze müsse "massiv vorangetrieben" werden. Derzeit stockt insbesondere der weitere Ausbau der Windkraft auf dem Land.

jme/dpa
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