AKW-Rückbau Regierung besorgt über Atomrückstellungen der Konzerne

Die Spaltung von E.on in zwei Konzerne alarmiert die Bundesregierung. Nach SPIEGEL-Informationen will sie bis Ende des Jahres prüfen, ob die Finanzreserven der Energieunternehmen für den Rückbau der Atomkraftwerke wirklich sicher sind.
AKW Grohnde: Wie sicher sind die Reserven für den Rückbau?

AKW Grohnde: Wie sicher sind die Reserven für den Rückbau?

Foto: Julian Stratenschulte/ dpa

Hamburg - Das Bundeswirtschaftsministerium hat ein Gutachten in Auftrag gegeben, das klären soll, wie sicher die finanziellen Rückstellungen der Atomkraftwerksbetreiber für den Rückbau der Anlagen sind. Noch vor Ende des Jahres soll es nach Informationen des SPIEGEL fertiggestellt sein.

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Vergangene Woche hatte der E.on-Konzern bekannt gegeben, dass die Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke in ein neues Unternehmen ausgegliedert werden sollen und mit ihnen auch die Atomrückstellungen.

Nach Angaben des Konzerns sollen die neuen Firmen beide zu den führenden Energiekonzernen Europas gehören. Experten indes sorgen sich, dass die konventionellen Kraftwerke in den kommenden Jahren deutlich an Wert verlieren könnten. Denn sie verkaufen aufgrund des Booms erneuerbarer Energien immer weniger Strom - und diesen zu immer niedrigeren Preisen. Sollte aber der E.on-Konzern mit den alten Kraftwerken irgendwann in Schieflage geraten, wären auch die Reserven zum Rückbau der Atomkraftwerke gefährdet.

Vor diesem Hintergrund will die Bundesregierung deutlich schneller als geplant ein neues Modell für den Energiemarkt beschließen, um konventionelle und erneuerbare Stromerzeugung besser zu verzahnen. Schon im März will man sich im Wirtschaftsministerium auf einen Entwurf einigen.

Das Kanzleramt plant nach Informationen des SPIEGEL, noch bis Sommer 2015 ein Gesetz zum Strommarktdesign durch den Bundestag zu bekommen. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel will den Aufbau einer Kraftwerksreserve aus alten Kohlenmeilern. Im Kanzleramt geht man davon aus, dass in wenigen Jahren sogar noch eine umfangreichere Unterstützung für Kohle- und Gaskraftwerke nötig ist, die einspringen, wenn Wind- und Solaranlagen nicht genügend Strom liefern. Bezahlen wird das der Stromkunde. "Wir sollten den Wählern ganz ehrlich sagen, dass weiter steigende Energiekosten auf sie zukommen", sagte der CDU-Fraktionsvize Michael Fuchs dem SPIEGEL.

ssu