Start der offiziellen Suche Bis 2031 soll ein Atommüllendlager her

Aus den Fehlern bei Gorleben will die Politik gelernt haben: Bund und Länder starten die offizielle Suche nach einem Atommüllendlager - dabei soll keine Region ausgeschlossen werden.
Gelbe Tonnen bei Greenpeace-Protest gegen Gorleben

Gelbe Tonnen bei Greenpeace-Protest gegen Gorleben

Foto: Sebastian Kahnert/ dpa

Nach jahrzehntelangem Streit beginnen Bund, Länder und Wissenschaftler mit der Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll in Deutschland. Die Vorgabe ist, dass diese eine Million Jahre lang sicher verwahrt sein muss. Eine Expertenkommission hatte zuvor geklärt, nach welchen Kriterien gesucht werden soll. Ein geeigneter Ort für ein Endlager soll planmäßig bis zum Jahr 2031 gefunden sein. Dies gilt unter vielen Experten aber als sehr ehrgeizig.

"Es wird ein langer und gründlicher Prozess sein", sagte Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) beim offiziellen Start der Suche durch die neu gegründete Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE). Aber dennoch müsse das Ziel so bald wie möglich erreicht werden.

Ein Endlager für hochradioaktiven Müll gibt es bisher nirgendwo auf der Welt (Lesen Sie hier mehr zu der Endlagersuche). Bei der Suche spielen geologische Kriterien wie der Untergrund oder Erdbebengefahr eine Rolle, aber auch die Nähe zu Städten. Der bisherige Plan ist, die Atomabfälle mehrere Hundert Meter tief in einem Bergwerk zu entsorgen.

Hendricks sagte, Grundprinzip sei die "weiße Landkarte". Dies bedeute, dass bei der Suche sämtliche möglichen Gebiete und geologischen Gesteinsformationen einbezogen würden. Keine Region könne sich aus der Verantwortung stehlen.

Das neue Endlager soll auch den langen Streit um den Salzstock Gorleben beenden, der jahrzehntelang als Standort für ein Endlager gegolten hatte. Mit Blick auf die "verhängnisvolle" Entscheidung für Gorleben Ende der Siebzigerjahre sagte Hendricks, aus den Fehlern der Vergangenheit habe man gelernt. Bürger würden künftig einbezogen und angehört.

cte/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.