Atommüll Castor-Transport rollt durch Deutschland

Ein mit abgebrannten Brennstäben aus den Kernkraftwerken Krümmel und Brokdorf beladener Atomtransport rollt seit dem frühen Morgen von Maschen bei Hamburg in Richtung Süden. Atomkraftgegner hatten den Zug in der Nacht mehrere Stunden lang blockiert.


Hamburg - Die insgesamt vier Castor-Behälter waren in der Nacht in getrennten Transporten zu dem Rangierbahnhof vor den Toren der Hansestadt gebracht worden. Ziel des dritten Atomtransportes in diesem Jahr sind die Wiederaufbereitungsanlagen La Hague in Frankreich und Sellafield in Großbritannien. Zuvor sollen noch weitere Waggons mit Castor-Behältern aus dem Kernkraftwerk Mülheim-Kärlich in Rheinland-Pfalz und weiteren Anlagen in Süddeutschland angekoppelt werden.

Demonstranten hatten in der Nacht in Schleswig-Holstein den Transport der Brennstäbe aus Brokdorf für rund viereinhalb Stunden blockiert. 14 Atomkraftgegner verankerten sich nach Angaben des Bundesgrenzschutzes (BGS) auf der Strecke von Brunsbüttel, wohin der Atommüll zuvor per Lastwagen gebracht worden war, in Richtung Hamburg. Mit Ketten und Rohren hatten sich die Demonstranten unter den Schienen befestigt. Um sie zu entfernen, mussten die Gleise nach Angaben eines BGS-Sprechers angehoben werden. Rund 60 Beamte waren im Einsatz. Der Transport aus Krümmel erreichte den Rangierbahnhof Maschen ohne Zwischenfälle.

Um 5.30 Uhr habe der nun zusammengekoppelte Zug Maschen in Richtung Süden verlassen, teilte der BGS mit. Die Strecke führe über Bremen und Osnabrück, sagte der Sprecher, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.



© SPIEGEL ONLINE 2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.