Atommüll Castoren erreichen Zwischenlager Ahaus

Im nordrhein-westfälischen Ahaus ist am frühen Morgen die zweite Fuhre mit Atommüll aus dem ehemaligen DDR-Forschungsreaktor im sächsischen Rossendorf eingetroffen. Unmittelbar vor der Ankunft des Lkw-Konvois mit sechs Castoren räumte die Polizei noch eine blockierte Straße.


Atomkraftgegner vor dem Zwischenlager Ahaus: Castor-Ankunft unter Protest
DPA

Atomkraftgegner vor dem Zwischenlager Ahaus: Castor-Ankunft unter Protest

Ahaus - Sechs Lastwagen mit eigens für diesen Transport hergestellten Spezialstoßdämpfern hatten gestern Mittag begleitet von einem massiven Polizeiaufgebot eine Stunde früher als geplant das frühere Reaktorgelände in der Nähe von Dresden verlassen und bis nach Ahaus eine rund 600 Kilometer lange Strecke zurückgelegt. Zu nennenswerten Zwischenfällen kam es nicht, wie ein Polizeisprecher sagte.

In Ahaus wurde der Konvoi von nur noch 250 Demonstranten mit Farbbeuteln, Eiern und Pfiffen empfangen. Dabei kam es zu kleineren Rangeleien mit der Polizei. Ein Versuch von etwa 70 Anti-Atomkraft-Gegnern den Transport am Kamener Kreuz anzuhalten, wurde von Polizeikräften vereitelt. Die erste Fuhre mit Atommüll war vor einer Woche aus Sachsen in Ahaus eingetroffen; ebenfalls ohne größere Störungen.

Da aus dem ehemaligen DDR-Forschungsreaktor Rossendorf insgesamt 18 Castoren mit zusammen 951 Brennstäben in das Brennelemente-Zwischenlager Ahaus gebracht werden sollen, ist noch mindestens ein weiterer Transport nötig. Erwartet wird er Anfang kommender Woche.

Die Genehmigung für den von Sachsen beantragten Transport hatte das Bundesamt für Strahlenschutz bereits vor 14 Monaten erteilt. Nicht zuletzt wegen des juristischen Widerstands der rot-grünen Landesregierung in Nordrhein-Westfalen, der letztlich erfolglos blieb, kam jedoch ein Vollzug noch vor der dortigen Landtagswahl vor einer Woche nicht zustande.

Nordrhein-Westfalen drängte unter anderem vergeblich auf einen Schienentransport, während Sachsen auf einen fehlenden Gleisanschluss in Rossendorf verwies. Zu den Kosten für die Castor-Überführung ließ Sachsens Innenministerium verlauten, dass eine verlässliche Zahl erst nach Abschluss der Transporte ermittelt werden könne.



© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.