Atommüll Proteste verzögern Castor-Transport

Die Weiterfahrt des Castor-Transports ins Zwischenlager Gorleben ist ins Stocken gekommen. Grund: In Quickborn haben sich fünf Demonstranten an einen Betonklotz unter einem Traktor fest gekettet. "Wir gehen in aller Ruhe vor", sagte ein Polizeisprecher. "Die Sicherheit hat absoluten Vorrang."

Dannenberg - Zuvor hatte die Polizei am frühen Morgen eine weitere Blockade zwischen Dannenberg und Gorleben geräumt. Nach Angaben von Ordnungskräften und Atomkraftgegnern wurden in Groß Gusborn auf der südlichen Route zwischen Dannenberg und dem Zwischenlager 200 Sitzblockierer von der Straße getragen oder gedrängt. Die Polizei sprach von einer friedlichen Räumung. Dannenberg Demonstranten warfen den Einsatzkräften dagegen ein ruppiges Vorgehen vor.

Rund 200 weitere Sitzblockierer wurden in Quickborn auf der nördlichen Castor-Strecke nach Gorleben mehrfach zum Verlassen der Straße aufgefordert. Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace besetzten gegen 1.15 Uhr einen Förderturm des Gorlebener Endlagerbergwerks und enthüllten Transparente mit der Aufschrift "Ein sicheres Endlager? Hier sicher nicht!" Wie eine Greenpeace-Sprecherin sagte, hielten sich am Morgen noch 14 Aktivisten auf dem Förderturm auf. Das größte der Transparente mit einem Ausmaß von sechs mal neun Metern sei allerdings bereits entfernt worden.

Der Protest beim achten Castor-Transport in das Zwischenlager Gorleben richtet sich auch gegen einen Ausbau des benachbarten Salzbergwerkes zu einem atomaren Endlager. In dem Bergwerk ruhen seit einem im Jahr 2000 verhängten Moratorium alle Ausbauarbeiten.

Der Transport mit hochradioaktivem Atommüll aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague hatte gestern Nachmittag den Verladebahnhof in Dannenberg erreicht. Die zwölf jeweils rund 100 Tonnen schweren Behälter wurden in der Nacht von Eisenbahnwaggons auf Lastwagen umgeladen.