Atommüll-Transport Castorgegner blockieren mehrfach die Gleise

Hunderte Atomkraftgegner sind am Mittwoch vorübergehend in Gewahrsam genommen worden - sie demonstrierten gegen den von massivem Polizeiaufgebot begleiteten Castortransport in Richtung Lubmin. Mehrmals brachten Aktivisten den Zug zum Stoppen.

DPA

Karlsruhe/Ludwigslust - Stundenlang rollte der Castor-Transport ohne Verzögerungen - gegen 23 Uhr ging dann erst einmal gar nichts mehr. Kurz nach Erreichen Mecklenburg-Vorpommerns wurde der Atommülltransport auf seinem Weg ins Zwischenlager Nord bei Lubmin gestoppt. Atomkraftgegner brachten den mit 56 Tonnen radioaktivem Abfall beladenen Zug bei Rastow im Kreis Ludwigslust zum Stehen.

Laut Polizei waren 15 bis 20 Menschen an der Aktion beteiligt. Mit Fahnen und Transparenten waren sie auf die Gleise gelaufen, darauf hieß es unter anderem: "Euer Nonsens ist kein Konsens". Polizeibeamte räumten die Strecke, die Demonstranten leisteten nach Angaben von Augenzeugen keinen Widerstand. Nach einer knapp halbstündigen Zwangspause konnte der Transport seine Fahrt fortsetzen. Doch schon kurz darauf gegen Mitternacht besetzten erneut Atomkraftgegner die Gleise am Ortsausgang von Schwerin. Der Zug wurde am frühen Donnerstagmorgen im Zwischenlager Nord erwartet.

Bereits am späten Nachmittag hatten Aktivisten der Umweltorganisation Robin Wood die Fahrt südlich der Stadt Halle für etwa eine Stunde gestoppt. Nach Angaben der Polizei seilten sich zwei Mitglieder an einer Eisenbahnbrücke über der Saale ab, ein weiterer Aktivist zwang den Zug durch einen Sprung auf die Gleise zu einer Schnellbremsung. Mehrere Teilnehmer der Aktion wurden festgenommen.

Schon beim Start an der ehemaligen Wiederaufarbeitungsanlage in Karlsruhe hatten mehrere hundert Atomkraftgegner am frühen Mittwochmorgen die Gleise blockiert und mussten weggetragen werden. 310 Demonstranten wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen.

Es handelt sich um den zweiten Castor-Transport innerhalb von zwei Monaten nach Lubmin, begleitet wurde er von massivem Polizeiaufgebot.

can/dapd/dpa/AFP



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