Atomstreit US-Senator Lieberman droht Iran mit Krieg

Den Auftritt von Irans Außenminister Mottaki bei der Münchner Sicherheitskonferenz nennt er "lachhaft" und "unredlich": Jetzt hat US-Senator Joseph Lieberman mit einem Militärschlag gedroht, wenn Wirtschaftssanktionen nicht wirken sollten.
US-Senator Lieberman: "Harte Sanktionen oder militärisches Eingreifen"

US-Senator Lieberman: "Harte Sanktionen oder militärisches Eingreifen"

Foto: Tobias Hase/ dpa

Münchner Sicherheitskonferenz

München - Dem amerikanischen Senator Joe Lieberman ist im Atomstreit mit Iran der Geduldsfaden gerissen - er drohte Iran mit Krieg. Irans Außenminister Manuchehr Mottaki hatte auf der mit einem neuen Verhandlungsvorschlag kein Vertrauen zurückgewinnen können - und die Mächtigen der Welt brüskiert.

"Wir müssen uns entscheiden: Entweder für harte Wirtschaftssanktionen, damit die Diplomatie funktioniert, oder wir stehen vor militärischem Eingreifen", sagte Lieberman. Zurückhaltend hatte dagegen zuvor der Sicherheitsberater von Obama, James Jones, gewirkt. Sollte die Führung in Teheran ihr Atomprogramm nicht offenlegen, drohten schärfere Strafmaßnahmen und Isolation, sagte der einstige US-Spitzengeneral.

Mottakis Auftritt in München brachte für Lieberman wohl das Fass zum Überlaufen. "Seine Äußerungen hier waren lachhaft, und sie waren zweifellos intellektuell unredlich", sagte der US-Politiker. "Ich weiß nicht, wie man mit einer Regierung verhandeln soll, die einen Minister hierherschickt, der uns alle einfach anlügt."

Lieberman machte klar, dass die militärische Führung der USA Pläne habe, wenn eine politische Lösung scheitere. "Niemand will, dass das passiert. Dieser Dialog kann nur fortgesetzt werden, wenn man die Zähne zeigt."

Lieberman hatte auch den Krieg gegen den Irak befürwortet. Er ist heute unabhängig und gehörte lange zu den Demokraten von US-Präsident Barack Obama.

otr/dpa