Atomtransport Castor erreicht Verladebahnhof

Der Atommüll-Transport aus dem französischen La Hague ist am Mittag in Dannenberg angekommen. Dort werden die Castor-Behälter auf LKW umgeladen. Trotz des Widerstandes hunderter Atomkraftgegner verlief die Fahrt bisher weitgehend reibungslos.


Lüneburg - In Dannenberg werden die zwölf Behälter mit Atommüll auf Tieflader umgesetzt. Den letzten Teil der Reise ins Zwischenlager Gorleben, rund 20 Kilometer, legen die Castoren auf der Straße zurück. Unklar ist, ob dies noch im Laufe des Tages geschehen soll. Möglicherweise startet der strahlende Transport auch erst morgen.

Castor-Transport: Kaum Behinderungen auf der Schiene
REUTERS

Castor-Transport: Kaum Behinderungen auf der Schiene

In der Nacht waren in Göttingen laut Polizei 15 Atomkraftgegner festgenommen worden, die den Zug blockieren wollten. Im weiteren Streckenverlauf seien noch einmal elf Personen festgenommen worden, sagte ein Sprecher des Lagezentrums. Der Zug sei möglicherweise etwas langsamer gefahren, aber nicht gestoppt worden.

Atomkraftgegner berichteten, es sei ihnen gelungen, durch zwei Blockaden in Göttingen die Fahrt des Zuges um etwa eine halbe Stunde zu verzögern. Demonstranten in Baden-Württemberg hatten es zuvor geschafft, den Transport eineinhalb Stunden lang aufzuhalten.

Allein auf den letzten 70 Kilometern der Strecke zwischen Lüneburg und Gorleben hat die Polizei 10.000 Beamte im Einsatz, um den Transport zu sichern.

Nach Angaben des französischen Atomunternehmens Cogema beinhalten die Castoren 175 Tonnen hochradioaktive Spaltprodukte und 586 Tonnen Uran, die in Glas eingeschmolzen sind.



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