Atomunfälle Bund soll Katastrophenschutz leiten

Wer entscheidet bei einem Atomunfall in Deutschland? Die Verantwortung müsse von den Ländern auf den Bund übertragen werden, fordern Politiker gegenüber dem SPIEGEL. Ein "Inspektor für Bevölkerungsschutz" solle bestimmt werden.
Atomkraftwerk in Krümmel bei Geesthacht: Debatte um Notfallstrategie

Atomkraftwerk in Krümmel bei Geesthacht: Debatte um Notfallstrategie

Foto: Daniel Bockwoldt/ dpa

Nach dem Atomunglück in Japan fordern Politiker und Katastrophenschützer, die Verantwortung für den Katastrophenfall in Deutschland möglichst schnell von den Ländern auf den Bund zu übertragen. Fukushima zeige, "dass kommunale Hilfskräfte oder Landeskräfte mit einem Reaktorunfall schnell überfordert wären", sagt Hartfrid Wolff, innenpolitischer Experte der FDP-Bundestagsfraktion, dem Nachrichten-Magazin SPIEGEL.

"Wir brauchen eine Koordination auf nationaler Ebene." Die Regierungspartei schlägt dafür die Schaffung des Amts eines nationalen "Inspektors für den Bevölkerungsschutz" vor, der bundesweit koordinieren soll, wann, wo und wie Hilfe möglich ist.

Ende voriger Woche bestellte das Bundesinnenministerium die wichtigsten deutschen Katastrophenschützer zu einer vertraulichen Sondersitzung nach Berlin ein. Zentrales Thema: Fukushima und die Folgen. Auch dort sprachen sich Experten für die Neuverteilung der Kompetenzen aus.

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