"Atomwaffen Division" Polizei verweigert mutmaßlichem US-Neonazi die Einreise

Er kam aus Irland, angeblich wollte er in Deutschland heiraten: Einem 31-jährigen US-Amerikaner ist am Flughafen Berlin-Tegel die Einreise verweigert worden, meldet "Zeit Online". Er soll ein gewaltbereiter Rechtsextremist sein.
Flughafen Berlin-Tegel

Flughafen Berlin-Tegel

Foto: Christophe Gateau/ DPA

Nach einem Hinweis des US-amerikanischen FBI hat die Polizei einem mutmaßlichen Anhänger der rechtsterroristischen "Atomwaffen Division" (AWD) die Einreise nach Deutschland verweigert.

Der 31-jährige US-Bürger war am vergangenen Donnerstagabend mit einem Flug aus Dublin in Berlin-Tegel gelandet, wie "Zeit Online" aus Sicherheitskreisen  erfuhr. Dort wurde der mutmaßliche Neonazi von der deutschen Polizei befragt, bevor er am selben Abend den Rückflug antreten musste.

Der Amerikaner gehöre "zum harten Kern der AWD", sagte ein deutscher Sicherheitsexperte. US-Behörden halten die Gruppe für extrem gefährlich. AWD-Anhängern werden in den USA fünf Morde zugerechnet.

Der 31-jährige US-Bürger gab in seiner Befragung am Flughafen Berlin-Tegel an, er wolle in Deutschland heiraten und Urlaub machen. Tatsächlich war eine junge Deutsche aus Mecklenburg-Vorpommern zum Flughafen gekommen, um ihn abzuholen.

Nach Informationen des SPIEGEL hatte die US-Bundespolizei FBI im vorigen Jahr auch das Bundeskriminalamt informiert, dass einer amerikanischen Aktivistin, die in Deutschland lebt, Gefahr von der Gruppe drohe.

Die Betroffene bestätigte dem SPIEGEL, dass sie im November 2018 von der Polizei die Nachricht bekommen habe, sich dringend zu melden. Ein Beamter habe ihr später berichtet, dass ein AWD-Anhänger in die Bundesrepublik gereist sei, um ihr möglicherweise Gewalt anzutun. Die Frau war zuvor wegen rechtsextremer Bedrohungen nach Deutschland umgezogen.

Vor Kurzem hatten die Grünenpolitiker Claudia Roth und Cem Özdemir Morddrohungen erhalten, die mit dem Absender "Atomwaffen Division Deutschland" unterzeichnet waren. Unklar ist, ob die Drohungen an Roth und Özdemir tatsächlich von der Neonazigruppe stammen oder von einem Trittbrettfahrer versandt wurden.

Die Sicherheitsbehörden ermitteln derzeit, welche Strukturen hinter der AWD hierzulande stehen, wer dazugehört und wie sie vernetzt ist.

cht