Atromkraft Steht Sellafield vor dem Aus?

Die britische Wiederaufbereitungsanlage Sellafield steht Zeitungsberichten zufolge möglicherweise vor der Schließung. Der zunehmende internationale Druck könnte diesen Schritt notwendig machen, heißt es.


London - Dänemark, Irland und Island planten, sich auf Umweltabkommen über radioaktive Strahlung zu berufen, um die Wiederaufbereitung in der Anlage zu stoppen, berichtete der "Guardian" am Samstag. Die Zeitung "The Independent" meldete, die Regierungen der drei Länder seien besorgt über radioaktive Abwässer, die ins Meer geleitet würden.

Seit Jahrzehnten umstritten: die britische Wiederaufbereitungsanlage Sellafield
AP

Seit Jahrzehnten umstritten: die britische Wiederaufbereitungsanlage Sellafield

Die Betreibergesellschaft der Anlage, British Nuclear Fuels (BNFL), erklärte dagegen, es sei keine Rede von einem Abschalten der Anlage. Die staatliche Wiederaufbereitungsanlage Sellafield war in den vergangenen Wochen immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Die britische Atomaufsicht hatte der BNFL Mitte Februar vorgeworfen, Sicherheitspapiere für Lieferungen gefälscht zu haben. Von den Fälschungen sind auch deutsche und japanische Atomkraftwerke betroffen. Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe ein Importverbot für Brennstäbe aus Sellafield erlassen. Es soll so lange in Kraft bleiben, bis zweifelsfrei feststeht, dass alle geforderten Sicherheitsstandards eingehalten werden.

In Sellafield, früher Windscale genannt, ist es wiederholt zu Zwischenfällen gekommen. Am 7. Oktober 1957 waren etwa nach einem Feuer im Zentrum der Anlage radioaktive Wolken in die Atmospäre entwichen.



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