AUB-Affäre CDU-Wahlkampf wurde mit 60.000 Euro aus der Siemens-Kasse finanziert

Rückendeckung vom Kreisverband, Zurückhaltung bei der Kanzlerin: Der Greiswalder CDU-Abgeordnete Adam steht weiter unter Druck. Sein Wahlkampf wurde in Höhe von 60.000 Euro aus der von Siemens alimentierten Kasse der AUB-Gewerkschaft bezuschusst.


Hamburg - Der Gründer der AUB-Gewerkschaft, Wilhelm Schelsky, hat nach Informationen des SPIEGEL die CDU in Mecklenburg-Vorpommern in drei Wahlkämpfen mit Sachspenden im Wert von insgesamt 60.000 Euro unterstützt. Das gehe aus Unterlagen hervor, die der in die Kritik geratene Greifswalder CDU- Bundestagsabgeordnete Ulrich Adam der Bundestagsverwaltung übergeben habe.

Das Geld sei für Werbemittel wie Handzettel, Kugelschreiber, Feuerzeuge und deren Versand aufgewendet worden. Nach Adams Angaben tat Schelsky dies, ohne Gegenleistungen zu fordern. Schelsky gilt als eine der Schlüsselfiguren des Schmiergeldskandals bei Siemens, er sitzt in Untersuchungshaft.

Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ am Freitag auf eine SPIEGEL-Anfrage mitteilen, sie halte es "für unverzichtbar", dass "der Sachverhalt vollständig aufgeklärt wird".

Am Freitagabend hatte Adam in Greifswald Rückendeckung von seinem Kreisvorstand erhalten. Der Vorstand habe sich in einem Beschluss einstimmig hinter Adam gestellt, sagte der Kreisvorsitzende Egbert Liskow (CDU). Man müsse bei der Beurteilung Adams die 18 Jahre seiner Gesamtarbeit bewerten, hieß es. Der CDU-Landesvorstand hatte Adam zu "schnellstmöglicher Aufklärung" aufgefordert. "Klar ist, Ulli Adam hat einen schwerwiegenden Fehler gemacht", sagte CDU-Landeschef Jürgen Seidel nach der Landesvorstandssitzung in Neubrandenburg.

cai/dpa



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