"Aufstehen"-Bewegung Lafontaine sondierte bei der SPD

Nachdem seine Frau Sahra Wagenknecht von Unterstützern der "Aufstehen"-Bewegung kritisiert wurde, meldet sich nun Co-Gründer Oskar Lafontaine zu Wort - und kritisiert die Kritiker - vor allem aber seine frühere Partei.

Oscar Lafontaine in Saarbrücken
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Oscar Lafontaine in Saarbrücken


Der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei im saarländischen Landtag, Oskar Lafontaine, hat der SPD, den Grünen und der eigenen Partei eine Blockade der von ihm unterstützten linken Sammlungsbewegung "Aufstehen" vorgeworfen.

Für die Bewegung, deren Hauptinitiatorin Lafontaines Ehefrau Sahra Wagenknecht ist, sei es auch aus finanziellen Gründen wichtig gewesen, dass sich die Parteien des linken Lagers öffneten. Deswegen habe er auch Gespräche mit der SPD geführt, sagte er einer Mitteilung des Saarländischen Rundfunks (SR) zufolge vor Journalisten in Saarbrücken.

"Aufstehen" war im September 2018 gestartet und zählte ein halbes Jahr später nach eigenen Angaben 170.000 Unterstützer. Wagenknecht hat vor gut einer Woche mitgeteilt, sich aus der Führung von "Aufstehen" zurückziehen zu wollen. Damit steht das Projekt wohl vor dem Aus. Frühe Unterstützer der Sammlungsbewegung hatten Wagenknecht stark kritisiert.

Die SPD habe die Chancen nicht erkannt, die in einer Öffnung zu "Aufstehen" lägen, sagte Lafontaine nun. "Die Parteien blocken. Und so ist das Ziel, die Parteien zu einer Öffnung und einer Zusammenarbeit zu führen, geblockt." Lafontaine sagte laut SR, die linke Sammlungsbewegung habe erwogen, bei der Europawahl anzutreten, "um uns Steuermittel und Abgeordnetenmandate zu sichern, denn es gab ja gute Umfragen". Man habe sich aber dann gesagt, dass man als Sammlungsbewegung das linke Lager nicht spalten wolle. Deshalb habe man keine Kandidaten für das Europaparlament aufgestellt.

mal/dpa



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