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18. August 2018, 22:03 Uhr

"Aufstehen"

Spitzen-Linke distanzieren sich von Wagenknechts Sammlungsbewegung

Mit ihrer neuen Sammlungsbewegung "Aufstehen" polarisiert die Linken-Fraktionschefin Wagenknecht. Nun haben einem Zeitungsbericht zufolge führende Politiker ihrer Partei das Projekt abgelehnt.

In der Linkspartei wächst der Unmut über die sogenannte linke Sammlungsbewegung "Aufstehen" von Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine. "Das ist kein Projekt der Partei Die Linke", sagte der Parteivorsitzende Bernd Riexinger der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS). "Es ist ein Projekt von Einzelpersonen."

Logistische Verknüpfungen zur Partei gebe es nicht, sagte Riexinger demnach weiter. "So wie ich es bisher verstanden habe, soll das Projekt Leute ansprechen, die noch nicht links sind, sondern andere Parteien gewählt haben, von denen sie jetzt enttäuscht sind." Insofern ergebe es keinen Sinn zu versuchen, Wähler der Linken zu gewinnen.

Am 4. September soll die von der Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht ins Leben gerufene Sammlungsbewegung "Aufstehen" starten. Sie wird unter anderem von ihrem Ehemann Oskar Lafontaine unterstützt. Mit "Aufstehen" sollen den Gründern zufolge vor allem diejenigen angesprochen werden, die sich von der aktuellen Politik nicht mehr vertreten fühlen - etwa diejenigen, die aus Protest die AfD gewählt haben.

Wagenknecht hatte gegenüber dem SPIEGEL über ihr Projekt gesagt: "Unser Ziel sind natürlich andere politische Mehrheiten und eine neue Regierung mit sozialer Agenda." Sie polarisiert mit dem Projekt, das sie ohne die Parteiführung, mit der sie zerstritten ist, initiiert hat.

Dietmar Bartsch, der mit Wagenknecht die Linksfraktion im Bundestag leitet, sagte der FAS: "Bis jetzt ist es ein eher virtuelles Projekt. Es gibt eine Internetseite und ein paar professionell gemachte Videos. Mehr ist erstmal noch nicht da." Er kämpfe seit Jahren für einen Politikwechsel hin zu Mitte-Links, sagte Bartsch. "Das Problem ist, dass Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht nicht zwingend für die Zusammenführung von Linken stehen." Andererseits könne das Projekt immerhin für Bewegung sorgen, so Bartsch.

Benjamin Hoff, linker Kulturminister und Chef der Staatskanzlei in Thüringen, bezeichnete die Sammlungsbewegung als "antiaufklärerisch": "Wir gegen die Politik da oben - das ist ein Trend in der politischen Debatte. Auch die Sammlungsbewegung bedient das."

kry

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