Auslandseinsätze Bundeswehr gegen Saddam Hussein?

Seine erste große Herausforderung steht dem neuen Bundesverteidigungsminister Peter Struck (SPD) am 24./25. September bei einem informellen Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Warschau bevor. Dann heißt es Farbe bekennen: Wird die Bundeswehr in einem Krieg gegen den Irak eingesetzt?


Einsatz im Irak? Bundeswehrsoldat auf einem Fuchs-Panzer
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Einsatz im Irak? Bundeswehrsoldat auf einem Fuchs-Panzer

US-Abgesandte sondieren derzeit in den europäischen Hauptstädten mögliche Beiträge ihrer Verbündeten für einen etwaigen Angriff auf den Irak. Konkrete Beistandsverpflichtungen der Europäer sollen US-Präsident George W. Bush helfen, skeptische US-Militärs zu überzeugen, die ihre Regierung vor einem Alleingang in der Golfregion warnen. Spätestens bei dem Minister-Konvent in Polen erwarten die Amerikaner definitive Zusagen der Allianz-Partner für eine gemeinsame Militäraktion gegen Saddam Hussein.

Deutsche Bodentruppen plant die US-Regierung zwar nicht ein, rechnet aber fest mit logistischer Unterstützung und ­ wie beim Golf-Krieg 1991 ­ mit einem beträchtlichen finanziellen Beitrag der Bundesrepublik. Mit Verweis auf die derzeitigen Einsätze in Afghanistan und auf dem Balkan hat das deutsche Heer weitere Auslandsengagements ohnehin bereits abgelehnt.

Denkbar wären jedoch Luftwaffeneinsätze in der Türkei oder Marine-Operationen am Golf. Mit von der Partie wären zudem in jedem Fall die ABC-Abwehrtruppen der Bundeswehr, von denen seit einem halben Jahr bereits sechs Spürpanzer vom Typ "Fuchs" in Kuweit stationiert sind.

Die USA werfen Iraks Diktator Saddam Hussein vor, atomare, biologische und chemische Angriffswaffen zu entwickeln. Nach Regierungsinformationen in Berlin gehen die Washingtoner Planungen von einem möglichen US-geführten Angriff auf den Irak im Januar oder Februar 2003 aus. Beteiligt wären vor allem britische und US-Einheiten. Experten beziffern den Bedarf für eine Operation mit Bodentruppen im Irak auf 200.000 bis 300.000 Soldaten.



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