USA Auswärtiges Amt warnt EU-Partner vor Special Deals

Das Auswärtige Amt mahnt die EU zur Geschlossenheit in den Beziehungen zu den USA. "Es wird in Europa niemandem nutzen, wenn sich einzelne Länder auf Special Deals einlassen", so Staatsminister Roth.

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD)
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Außenminister Sigmar Gabriel (SPD)


Das Auswärtige Amt in Berlin hat die Regierungen der EU-Länder vor bilateralen Sondervereinbarungen mit US-Präsident Donald Trump gewarnt. "Es wird in Europa niemandem nutzen, wenn sich einzelne Länder auf Special Deals mit den USA einlassen", sagte der Staatsminister im Außenministerium, Michael Roth (SPD) der "Welt". Die transatlantischen Beziehungen beruhten schon immer "weniger auf Macht, sondern ganz entscheidend auf den Werten, die wir auf beiden Seiten des Atlantiks teilen. Das sagen wir den Amerikanern ganz selbstbewusst."

Die Regierung in Washington rief Roth dazu auf, weiter zu ihren Verpflichtungen innerhalb der Nato zu stehen. "Wir setzen darauf, dass die US-Regierung den gemeinsamen Wert der Nato als solidarisches Sicherheitsbündnis auch weiterhin gewährleistet", sagte er der Zeitung.

Der SPD-Politiker kritisierte die widersprüchlichen Äußerungen der Trump-Regierung zur Rolle der Nato. "Zur zukünftigen Zusammenarbeit mit der Nato sendet Washington unterschiedliche Signale", sagte Roth: "Aber zuletzt waren wir doch ermutigt davon, wie sich der amerikanische Verteidigungsminister James Mattis positioniert hat."

Trump hatte die Allianz in der Vergangenheit als überholt bezeichnet und damit Sorge bei den Partnern ausgelöst, später aber seine Verbundenheit mit dem Bündnis ausgedrückt. Mattis hingegen hatte sich von Anfang an eindeutig zur Nato bekannt.

anr/dpa



insgesamt 41 Beiträge
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auf_dem_Holzweg? 13.02.2017
1. Das ist richtig
Aber was genau hätte die Bundesregierung dagegen wenn es heisst : Germany second? Wir dürften gespannt sein!
Atheist_Crusader 13.02.2017
2.
Man müsste schon reichlich dämlich sein um Trumps Angebote anzunehmen. Er hat doch selbst gesagt, er mache lieber Deals mit kleinen Staaten als mit Gruppen. Warum wohl? Weil gegenüber den allermeisten Staaten die USA die hoffnungslos überlegene Position hat. Ein Großbritannien oder Ungarn allein kann nicht gegen die USA anstinken; jedes Abkommen das diese bekommen wird sehr einseitig zu Gunsten der USA sein. Die EU ist die beste Chance, einen einigermaßen fairen Deal auszuhandeln.
thequickeningishappening 13.02.2017
3. Ich kenne den Staatsminister nicht
Ein chinesisches Sprichwort sagt: " Don't shoot Mosquitoes with Cannons "! Jetzt kommt ein deutscher ehm Staatsminister und schießt die "loose gun" ab? Hat sich sonst niemand getraut?
Garak 13.02.2017
4. Welche EU?
Zitat von Atheist_CrusaderMan müsste schon reichlich dämlich sein um Trumps Angebote anzunehmen. Er hat doch selbst gesagt, er mache lieber Deals mit kleinen Staaten als mit Gruppen. Warum wohl? Weil gegenüber den allermeisten Staaten die USA die hoffnungslos überlegene Position hat. Ein Großbritannien oder Ungarn allein kann nicht gegen die USA anstinken; jedes Abkommen das diese bekommen wird sehr einseitig zu Gunsten der USA sein. Die EU ist die beste Chance, einen einigermaßen fairen Deal auszuhandeln.
Die Mitglieder sind doch hoffnungslos zerstritten in so ziemlich jedem Themenfeld. Sei es die Flüchtlingskrise, die Bankenkrise, Steuerangleichung, Verteidigung überall Uneinigkeit. Trump muss nur ein paar Ländern die seine Politik unterstützen (Polen, Ungarn, Großbritannien) vorteilhafte Deals vorschlagen und die anderen kleinen werden aus Eigennutz folgen. Am Ende steht Deutschland dann alleine und dumm da!
karl-ecker, 13.02.2017
5. Und wenn nun Trump generell.....
keine Deals mit der Europäischen Union als nichtstaatliche Organisation macht, sondern nur mit Staaten? Was nützt dann der Appell des Auswärtigen Amtes an die anderen Regierungen in der EU? Den Trump zwingen kann keiner von Europa aus. Die ersten, die mutmaßlich umfallen, der Reihe nach: Frankreich, Polen, Rumänien, Italien, Griechenland. Und dann?
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