Avancen an Merkel Röstel denkt schon in Schwarz-Grün

Nach dem Generationswechsel bei der CDU sieht die scheidende Vorstandssprecherin der Grünen, Gunda Röstel, immer mehr Übereinstimmungen mit der Union. Auch auf Bundesebene könne man über eine schwarz-grüne Koalition nachdenken.


Berlin - "Bündnisse mit der CDU schließe ich nicht für immer und ewig aus", sagte Röstel der "Welt". Es lasse sich derzeit aber noch nicht voraussagen, in welche Richtung sich die CDU entwickele.

Gunda Röstel
AP

Gunda Röstel

Röstel erklärte: "In verschiedenen Positionen von Frau Merkel kann ich eine inhaltliche Übereinstimmung erkennen. Das könnte einem liberal-konservativen, aber toleranten Spektrum der Grünen genauso nahe liegen wie etwa Biedenkopfs Ideen zur Reform der Sozialversicherung." Da gebe es sehr wohl Schnittmengen in den Denkweisen.

Mit der designierten CDU-Vorsitzenden Merkel und Unionsfraktionschef Friedrich Merz habe die CDU einen Generationswechsel vollzogen, sagte Röstel. "Es wird sehr spannend sein zu sehen, in welche Richtung sich ein moderner Konservatismus entwickeln wird." Zurzeit seien jedoch die Übereinstimmungen mit der SPD deutlich größer.

Beim Parteitag der Grünen Mitte Juni in Münster ist den beiden Kandidatinnen vom linken Flügel für den Parteivorsitz, Antje Radcke und Renate Künast, die Unterstützung im eigenen Lager offenbar noch nicht sicher. Die linke Bundestagsabgeordnete Annelie Buntenbach kritisierte in der "taz", beide Kandidatinnen hätten bisher weder in der Sozialpolitik noch in der Frage der Bundeswehreinsätze im Kosovo linke Positionen vertreten.

Neben Künast und der jetzigen Vorstandssprecherin Radcke kandidiert der Fraktionschef in Baden-Württemberg, Fritz Kuhn, für einen der zwei Sprecherposten. Künast ist Fraktionsvorsitzende in Berlin.



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