Männerfreundschaft Maschmeyer nimmt Wulff in Schutz

Die beiden bringt so schnell nichts auseinander: Unternehmer Carsten Maschmeyer stärkt Christian Wulff den Rücken, schwierige Zeiten seien eine Bewährung für Freundschaften. Laut einem Magazinbericht gehen die Ermittlungen gegen Wulff womöglich weiter als bisher gedacht.
Spezis Wulff, Maschmeyer: "Freundschaften bewähren sich besonders in schwierigen Zeiten"

Spezis Wulff, Maschmeyer: "Freundschaften bewähren sich besonders in schwierigen Zeiten"

Foto: DB Rainer Droese/ picture-alliance/ dpa

Berlin - Er kennt Christian Wulff seit vielen Jahren, ist mit ihm befreundet - und will dem angeschlagenen Ex-Bundespräsidenten auch weiterhin zur Seite stehen: Unternehmer Carsten Maschmeyer hat in einem Interview seine Unterstützung für Wulff bekräftigt. "Freundschaften bewähren sich besonders in schwierigen Zeiten", sagte Maschmeyer der "Bild am Sonntag".

Maschmeyer kritisierte die im Zug der Wulff-Affäre debattierte Nähe zwischen Politik und Wirtschaft als absurd. "Die sicher gut gemeinte Diskussion über das Verhältnis zwischen Politikern und Vertretern der Wirtschaft hat sich aber inzwischen von der Realität gelöst. Es herrscht große Verunsicherung darüber, was geht und was nicht." Ein Ministerpräsident habe ihm gesagt, wenn er zu Maschmeyer komme, müsse er künftig sein Mineralwasser selbst mitbringen. Er könne jeden verstehen, so Maschmeyer, der nicht mehr bereit sei, Politiker zu werden.

Wulffs designierten Nachfolger Joachim Gauck sieht Maschmeyer positiv. "Es ist ein sehr gutes Signal, nach innen und nach außen, dass die Kandidatur von Joachim Gauck überparteilich breit getragen wird. Das ist eine gute Voraussetzung für eine erfolgreiche Amtszeit des zukünftigen Bundespräsidenten." Maschmeyer ist Gründer des Finanzdienstleisters AWD. Er ist mit Schauspielerin Veronica Ferres liiert. Vor kurzem wurde bekannt, dass das Paar verlobt ist.

Den Beistand seines Freundes kann Wulff gut gebrauchen. Das Ermittlungsverfahren gegen den Ex-Bundespräsidenten ist offenbar umfangreicher als bisher bekannt. Die Staatsanwaltschaft Hannover beschränkt sich bei ihrer Arbeit nicht nur auf Wulffs Urlaub mit seiner späteren Frau Bettina im Hotel Stadt Hamburg auf Sylt 2007. Auch der Aufenthalt des Paares in einer Ferienwohnung auf der Insel 2008 und zwei Übernachtungen im Bayerischen Hof in München Ende 2008 werteten die Fahnder laut einem Bericht des "Focus" als Vorteilsannahme.

Die Ermittler würden laut einem internen Vermerk davon ausgehen, dass "als Gegenleistung für ein allgemeines dienstliches Wohlwollen im Rahmen der Gestaltung des Medienrechts" der Film-Unternehmer David Groenewold zur "vereinbarten Stimmungspflege" für die Kosten aufkam, berichtete das Blatt weiter. Die Staatsanwaltschaft war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Wulff wegen des Verdachts der Vorteilsannahme in seiner Zeit als Ministerpräsident von Niedersachsen. Wulff war am 17. Februar als Bundespräsident zurückgetreten, nachdem er über zwei Monate wegen umstrittener Hauskredite und seinen Kontakten zu Unternehmerfreunden in der Kritik stand. Einen Tag zuvor hatte die Staatsanwaltschaft beim Bundestag die Aufhebung seiner Immunität beantragt, um gegen Wulff ermitteln zu können.

ulz/dapd/Reuters
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