Axt-Attacke Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen zu Würzburg-Anschlag

Handelte der Attentäter von Würzburg allein - oder gibt es Hintermänner? Nach dem Anschlag in einem Regionalzug ermittelt die Bundesanwaltschaft gegen "namentlich nicht bekannte Beschuldigte".

Regionalzug bei Würzburg-Heidingsfeld
DPA

Regionalzug bei Würzburg-Heidingsfeld


Der Anschlag von Würzburg beschäftigt nun die Bundesanwaltschaft. Sie hat die Ermittlungen zu dem Fall übernommen, wie die Behörde in Karlsruhe mitteilte.

Es bestehe der Verdacht, dass der Attentäter die Tat als Mitglied des "Islamischen Staats" (IS) begangen habe. "Vor diesem Hintergrund ist zu klären, ob weitere bislang unbekannte Tatbeteiligte oder Hintermänner in die Tat eingebunden waren", hieß es. Die Bundesanwaltschaft ermittle daher wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung und versuchten Mordes "gegen nicht namentlich bekannte Beschuldigte".

Am Montagabend hatte ein 17 -jähriger, der sich in Deutschland als afghanischer Flüchtling ausgegeben hatte, in einem Regionalzug bei Würzburg vier Mitglieder einer chinesischen Familie verletzt und bei seiner Flucht später eine Spaziergängerin attackiert. Zwei der Opfer schweben immer noch in Lebensgefahr, der Täter wurde von Polizisten erschossen.

Der Jugendliche war im Juni vergangenen Jahres nach Deutschland gekommen und soll eine selbst gemalte Fahne des IS besessen haben. Die Terrormiliz bekannte sich wenig später zu der Tat. Zudem veröffentlichte die IS-nahe Agentur Amak ein Video des Attentäters, in dem dieser mit weiteren Anschlägen der Miliz droht.

Nach bisherigen Ermittlungen hat der Attentäter aber keinen konkreten Auftrag vom IS erhalten. Es handele sich um einen Einzeltäter, der sich durch die Propaganda des IS "angestachelt" gefühlt habe, sagte Innenminister Thomas de Maizière (CDU). Der Fall liege vielleicht "im Grenzgebiet zwischen Amoklauf und Terror".

vks/dpa/Reuters



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