Flüchtlingsgipfel Bund will 2000 zusätzliche Bearbeiter für Asylanträge einstellen

Die Bundesregierung reagiert auf die steigende Zahl von Flüchtlingen. Für die Asylanträge wird neues Personal eingestellt, das zuständige Bundesamt soll von 2800 auf 4800 Mitarbeiter wachsen.
Gabriel, Merkel, de Maizière: Flüchtlingsgipfel im Kanzleramt

Gabriel, Merkel, de Maizière: Flüchtlingsgipfel im Kanzleramt

Foto: HANNIBAL HANSCHKE/ REUTERS

Die Bundesregierung stockt das Personal zur Bearbeitung von Asylanträgen deutlich auf. Um die wachsende Zahl von Flüchtlingen bewältigen zu können, seien 2000 zusätzliche Stellen vorgesehen, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière nach einem Spitzentreffen zur Flüchtlingspolitik im Kanzleramt. Die rund 200.000 Altfälle an Asylanträgen sollten bevorzugt entschieden werden, so der CDU-Politiker.

Für die Bearbeitung ist das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zuständig. Die Behörde hat derzeit 2800 Mitarbeiter. De Maizière sagte, die neuen Stellen seien mit Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) besprochen. 750 zusätzliche Stellen sollten noch in diesem Jahr besetzt werden.

Die Asylbewerberzahlen gehen seit Langem nach oben. Bis zum Jahresende werden rund 450.000 Asylanträge erwartet - so viel wie nie zuvor in Deutschland.

Bis zum 18. Juni wollen sich Bund und Länder auf ein Gesamtpaket zur Flüchtlingspolitik einigen. Das kündigte Kanzlerin Angela Merkel nach dem Gipfel an. Es gehe um eine gemeinsame Kraftanstrengung von Bund, Ländern und Kommunen.

Entscheidungen sollten in der Ministerpräsidentenkonferenz getroffen werden. Es müssten aber noch eine Reihe von Einzelfragen geklärt werden. Vertreter von Bund und Länder hatten darüber beraten, wie die Lasten zwischen Bund, Ländern und Kommunen aufgeteilt werden sollen. SPD und Länder hatten gefordert, dass der Bund Ländern und Kommunen erheblich mehr als die bisherigen 500 Millionen Euro im Jahr zahlt.

Die deutsche Marine beteiligt sich seit dieser Woche auch an der Seenotrettung im Mittelmeer. Am Freitagmittag habe die Fregatte "Hessen" mit der Evakuierung eines Holzbootes begonnen, auf dem sich rund 200 Menschen befinden sollen.

fab/AFP/dpa