Baden-Württemberg Oettinger bildet Kabinett um

Das Personalkarussell im baden-württembergischen Kabinett dreht sich: Finanzminister Stratthaus scheidet aus dem Amt. Nachfolger wird der bisherige Staatsminister Stächele.


Stuttgart - Ministerpräsident Günther Oettinger bestätigte heute in Stuttgart die kursierenden Meldungen zu Umbildung seines Kabinetts. Gerhard Stratthaus scheidet demnach zum 1. Juni aus. Er werde künftig in ehrenamtlicher Funktion die Führungsakademie des Landes in Karlsruhe leiten, so Oettinger heute. Zum Minister im Staatsministerium werde der Bevollmächtigte des Landes im Bund, Wolfgang Reinhart, berufen.

Seit zehn Jahren im Amt: Finanzminister Stratthaus
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Seit zehn Jahren im Amt: Finanzminister Stratthaus

Oettinger verteidigte die Ablösung seines populären Finanzministers Stratthaus vor allem mit Blick auf dessen Alter. Stratthaus feiere bald seinen 66. Geburtstag. In diesem Lebensalter und nach neuneinhalb Jahren im Amt sei "ein Wechsel eigentlich etwas ganz Normales". Oettinger bestätigte allerdings, dass Stratthaus gerne im Amt geblieben wäre. Der Ministerpräsident lobte Stratthaus als "stärksten Finanzminister".

Die Kabinettsumbildung wird notwendig, weil 2006 in der Koalitionsvereinbarung von CDU und FDP eine Verkleinerung der Regierung zum 1. Juni 2008 vereinbart wurde. Eine echte Posteneinsparung bringt die Umbesetzung allerdings nur, was den Titel Minister angeht. Denn für die Aufgaben Reinharts, der im Rang eines Staatssekretärs, aber mit dem Titel eines Ministers in Berlin das Bundesland vertreten hatte, wird nun ein neuer Ministerialdirektor eingestellt.

Stratthaus hatte im November 1998 Gerhard Mayer-Vorfelder als Finanzminister abgelöst. Er war zuvor Oberbürgermeister von Schwetzingen gewesen. Stratthaus hatte in den vergangenen Jahren einen strikten Sparkurs gefahren. Zuletzt wirkte er bei der Rettung der SachsenLB durch die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) mit.

Sein Nachfolger Stächele ist seit April 2005 Staatsminister in der Stuttgarter Regierungszentrale. Unter Oettingers Vorgänger Erwin Teufel war der ausgebildete Jurist Landwirtschaftsminister. Kritiker hatten ihm in der Vergangenheit Fehler beim Krisenmanagement vorgeworfen, vor allem in der Affäre um die Trauerrede von Oettinger für den früheren Ministerpräsidenten Hans Filbinger im Zusammenhang mit dessen NS-Vergangenheit.

Vor zwei Jahren hatte Stächele für bundesweite Schlagzeilen gesorgt, nachdem er seine Frau Sabine auf dem Rückweg von einem Empfang in Brüssel auf einer luxemburgischen Autobahnraststätte vergessen hatte.

ler/ddp/AP



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