Bäckerei-Äußerung Klöckner und Habeck nehmen Lindner in Schutz

"Nicht die Rassismus-Keule überziehen": In der Debatte um seine Bäckerei-Bemerkung bekommt FDP-Chef Lindner Unterstützung - aus den Reihen von CDU und Grünen.
Julia Kloeckner in Berlin

Julia Kloeckner in Berlin

Foto: ODD ANDERSEN/ AFP

Die Vorwürfe gegen Christian Linder nach dessen Äußerungen über Fremdenangst im Alltag waren umfangreich. Im Netz war die Bemerkung teils als klar rassistisch eingestuft und viel diskutiert worden (einen Kommentar dazu lesen Sie hier). Jetzt aber nehmen auch politische Gegner den FDP-Chef in Schutz.

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner rief in der Debatte zu Mäßigung auf: "Ich finde, wir sollten auch die Kirche im Dorf lassen und jetzt nicht Herrn Lindner die Rassismus-Keule überziehen", sagte die stellvertretende CDU-Vorsitzende.

Grünen-Chef Robert Habeck bezeichnete Lindners Ausführungen als "dusselig". Dessen Argumentation sei "schief" und "falsch", sagte er der "Bild". Vom Vorwurf des Alltagsrassismus sprach er Lindner aber frei: "Christian Lindner ist kein Rassist. Da nehme ich ihn gegen jeden Verdacht in Schutz", sagte Habeck.

Lindner hatte am Samstag auf dem FDP-Parteitag eine Anekdote beschrieben, die ihm ein Bekannter mit Migrationshintergrund erzählt habe. Dabei geht es um eine Person, die beim Bäcker "mit gebrochenem Deutsch ein Brötchen" bestellt - und die Leute in der Schlange wüssten nicht, "ob das der hochqualifizierte Entwickler künstlicher Intelligenz aus Indien ist oder eigentlich ein sich bei uns illegal aufhaltender, höchstens geduldeter Ausländer", sagte Lindner. Diese Unsicherheit könne Angst auslösen.

"Alle auf der gleichen rechtlichen Grundlage"

FDP-Fraktionsvize Alexander Graf Lambsdorff erklärte, Linder sei "von einigen missverstanden worden". Er sagte zu "Bild": "Er wollte sagen, dass in einem Land wie Deutschland mit guten rechtsstaatlichen Traditionen, dass alle das Gefühl haben sollten, dass sich alle auf der gleichen rechtlichen Grundlage der Gesetze hier befinden."

FDP-Generalsekretärin Nicola Beer sagte zu "NDR Info", es gehe gerade darum, gut integrierte Einwanderer zu schützen. "Momentan erleben Migranten, die schon lange unter uns leben, die perfekt integriert sind, dass ihnen Misstrauen entgegengebracht wird, weil die Bevölkerung nicht mehr sicher sein kann, dass alle, die ins Land kommen, einen legalen Aufenthaltstitel haben."

Beer betonte, ihre Partei setze auf die Durchsetzungsfähigkeit des Rechtsstaats. "Wir brauchen faire und transparente Regeln, die gibt es im Einwanderungsrecht momentan nicht."

vks/dpa
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