Tarifkonflikt bei der Bahn Gabriel kritisiert Lokführer-Streik scharf

Zum achten Mal will die Gewerkschaft der Lokführer wegen des Tarifkonflikts mit der Bahn streiken - diesmal eine ganze Woche lang. Die Bundesregierung warnt vor den wirtschaftlichen Folgen für Deutschland.
IC in Magdeburg (Archivbild): Züge sollen eine Woche lang still stehen

IC in Magdeburg (Archivbild): Züge sollen eine Woche lang still stehen

Foto: Jens Wolf/ dpa

Die Lokführergewerkschaft GDL plant den nächsten Rekordstreik: Eine ganze Woche lang wollen ihre Mitglieder die Arbeit niederlegen. Am Montag um 15 Uhr beginnt der Arbeitskampf im Güterverkehr, am Dienstag um 2 Uhr startet der Bahn-Streik im Personenverkehr.

Weitere Informationen erhalten Reisende bei der Hotline der Deutschen Bahn unter 0180-699 66 33 und auf der Homepage der Bahn .

In der Regierungskoalition stoßen die Ankündigungen von GDL-Chef Claus Weselsky auf wenig Verständnis. "Der Tarifstreit bei der Bahn ist für Außenstehende kaum noch nachzuvollziehen", sagte Vizekanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel der "Bild"-Zeitung . Der Ausstand der Lokführer werde "Pendler und Reisende, aber auch die Deutsche Bahn und die gesamte deutsche Wirtschaft insgesamt schwer treffen", warnte der SPD-Politiker.

Alle Beteiligten müssten sich fragen, ob der durch den Streik verursachte Schaden noch "in einem vernünftigen Verhältnis zur eigentlichen Auseinandersetzung" stehe. "Statt Deutschland lahmzulegen, brauchen wir ernsthafte Verhandlungen", forderte Gabriel.

Sein CSU-Kollege im Kabinett, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, sagte, die Grenze der Akzeptanz dieses Tarifstreits in der Bevölkerung sei zunehmend erreicht.

"Die GDL wird zu einem Risiko für den Wirtschaftsstandort Deutschland", warnte der Vize-Chef der Unionsfraktion Michael Fuchs. "Diese Machtspiele eines einzelnen Gewerkschafters sind einfach unerträglich", sagte der CDU-Politiker.

Der Deutscher Beamtenbund riet den Tarifparteien zu einer Schlichtung: "Wenn dieser Streik nicht zu einem Verhandlungsergebnis führt, wird es sinnvoll sein, auf einen unabhängigen Dritten zurückzugreifen", sagte DDB-Chef Klaus Dauderstädt der "Süddeutschen Zeitung" . Die GDL ist Mitglied in dem Dachverband DBB.

Bislang hat die Gewerkschaft eine Schlichtung aber vehement abgelehnt.

Laut dem Angebot der Bahn hätten die Löhne vom 1. Juli an in zwei Stufen um insgesamt 4,7 Prozent angehoben werden sollen. Dazu wäre eine Einmalzahlung von insgesamt 1000 Euro bis zum 30. Juni gekommen.

Die Bezahlung ist jedoch nicht Kern des Konflikts: Die GDL will nicht nur für Lokführer, sondern auch für Zugbegleiter und Rangierführer eigene Verträge abschließen. Dies strebt auch die größere, konkurrierende Gewerkschaft EVG an. Die Bahn will unterschiedliche Abschlüsse für dieselbe Berufsgruppe vermeiden.

Nun steht der achte Streik in diesem Tarifkonflikt bevor, der bereits seit dem vergangenen Jahr andauert.

Verkehrslage in Deutschland

syd/AFP/Reuters