Bamf-Chef Sommer fordert mehr Sammelabschiebungen

Hans-Eckhard Sommer, Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, möchte mehr ausreisepflichtige Ausländer außer Landes bringen. Da zu viele Versuche scheiterten, schlägt er verstärkte Sammelabschiebungen vor.
Hans-Eckhard Sommer (Archiv)

Hans-Eckhard Sommer (Archiv)

Foto: Kay Nietfeld/DPA

Der Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf), Hans-Eckhard Sommer, hat mehr Sammelabschiebungen von ausreisepflichtigen Ausländern gefordert. Es sei "immer problematisch, Personen auf regulären Linienflügen abzuschieben", sagte Sommer den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Häufig weigern sich die Piloten, der Verwaltungsaufwand ist hoch, Polizisten müssen diese Flüge begleiten. Die Sammelabschiebungen sind hier die Lösung", sagte der Bamf-Chef.

"Es ist nicht hinnehmbar, dass im vergangenen Jahr rund 30.000 Abschiebungen gescheitert sind", sagte Sommer. Vor jeder Abschiebung entstehe den deutschen Behörden ein erheblicher Aufwand. Es müssten Passersatzpapiere beschafft werden, der Flug gebucht werden. "Dann muss die Person, die abgeschoben werden soll, auch tatsächlich den Beamten zur Verfügung stehen. Ausreisegewahrsam und Abschiebehaft sind eine wichtige Unterstützung", sagte Sommer den Funke-Zeitungen. "Wir müssen den Polizisten bei ihren ohnehin sehr schwierigen Abschiebe-Einsätzen helfen."

Ende Juni 2019 hielten sich in Deutschland den Angaben zufolge rund 246.700 ausreisepflichtige Ausländer auf. Unter den Ausreisepflichtigen waren allerdings nur 145.000 mit abgelehntem Asylantrag. Von den abgelehnten Asylsuchenden waren 119.000 im Besitz einer Duldung und werden derzeit nicht abgeschoben. Im ersten Halbjahr 2019 schoben die deutschen Behörden rund 11.500 Menschen ab.

mfu/DPA
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